Nach Komasaufen an Karneval ins Krankenhaus

Grade bei Veranstaltungen wie Karneval oder Schützenfesten schauen Jugendliche zu tief ins Glas.
Grade bei Veranstaltungen wie Karneval oder Schützenfesten schauen Jugendliche zu tief ins Glas.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Internistische und chirurgische Ambulanz des Walburga-Krankenhauses haben an Weiberfastnacht viel zu tun – allerdings nicht nur mit volltrunkenen Jugendlichen.

Meschede..  Rund 30 karnevalsbedingte Fälle hat seit Donnerstagnachmittag das St.-Walburga-Krankenhaus behandelt. Für die internistische und die chirurgische Notfallambulanz schätzt Dr. Oberarzt Andreas Stratmann jeweils etwa 15 Einlieferungen. Drei Patienten wurden mit Verdacht auf Alkoholvergiftung auf die Intensivstation gebracht.

Folgen von Stürzen

„In der Inneren Abteilung waren es überwiegend junge Leute“, sagt Stratmann – auch tagsüber schon. Die chirurgische Abteilung war vor allem zu späterer Stunde gefragt – wenn die Jecken sich unsicheren Schrittes auf den Weg nach Hause machen. Schnitte, Prellungen; alles, was in Folge von Stürzen geschieht. Gestern Morgen kamen noch einige Nachzügler, die es zwar zunächst ins Bett geschafft hatten und am Tag danach ihre Verletzungen kurieren lassen möchten.

„Wir haben immer wieder mal nachts Leute mit zu viel Alkohol“, sagt Stratmann, „aber nicht diese Menge. Vor allem nicht zu dieser Zeit, das hat sich spürbar erhöht.“ Grundsätzlich habe er den Eindruck, dass der Trend dahin geht, dass grade die Zahl der sehr jungen Patienten zunimmt, die enorm viel getrunken hat. „Das klassische Komasaufen hat zwar nachgelassen“, so die Einschätzung des Mediziners, aber zu Veranstaltungen wie Karneval oder Schützenfesten griffen Jugendliche anscheinend gern zu.

Ohnehin ist der ausgehende Winter bzw. das beginnende Frühjahr eine arbeitsintensive Zeit für die Kliniken: Viele Glätteunfälle, grassierende Viruserkrankungen – die Häuser hätten gut zu tun, so der Unfallchirurg. Auch zu Altweiber mussten wieder viele Krankenwagen an die umliegenden Kliniken verwiesen werden, weil das Walburga sich vollbelegt abmelden musste.

Für Karneval wenige Einsätze

Für die Polizei hingegen kommen die arbeitsintensiven Tage wohl erst noch: „Kreisweit hatten wir nur zehn Einsätze“, sagt Pressesprecher Ludger Rath. „Für Karneval ist das wenig“ – wo viele Menschen und Alkohol aufeinandertreffen, blieben Reibereien eben nicht aus. In Sundern und Marsberg habe es handfestere Auseinandersetzungen gegeben, in Meschede blieb hingegen alles ruhig.

Erfahrungsgemäß habe das schöne Wetter den unschönen Effekt, dass die Polizei zu mehr Scherereien gerufen wird. „Ich freue mich für die Karnevalisten“, sagt Rath, „aber bei Sonnenschein fallen die Leute eher aus der Rolle.“