Nach der Schule in den Kindergarten

Tabea Nieweg (17) ist im Kindergarten Ahornweg
Tabea Nieweg (17) ist im Kindergarten Ahornweg
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Tabea Nieweg (17) nutzt den Bundesfreiwilligendienst im Schmallenberger Kindergarten Ahornweg zur Berufsorientierung vor dem Studium.

Schmallenberg..  „Tabea, wir sind doch Freunde, oder?“ – diese Frage bekommt Tabea Nieweg auf dem Spielteppich des Kindergartens Ahornweg oft gestellt. Die 17-Jährige ist eine von insgesamt vier Jugendlichen, die in diesem Jahr in Schmallenberg ihren Bundesfreiwilligendienst absolvieren.

„Ich habe es als gute Möglichkeit gesehen, um in die Berufswelt hinzuschauen“, sagt Nieweg. „Es hat sich bestätigt, dass ich gerne mit Kindern arbeiten möchte, allerdings nicht in der Kita, sondern in der Schule.“ Im kommenden Herbst möchte sie ein Lehramtsstudium aufnehmen, in welche Richtung es genau gehen soll, weiß sie allerdings noch nicht.

Persönliche Entwicklung

Das freiwillige Jahr hilft Nieweg, sich beruflich zu orientieren, während der ohnehin schon verkürzten Gymnasialzeit hat sie zusätzlich eine Klasse übersprungen und war deshalb die Jüngste in ihrem Abschlussjahrgang. Außerdem habe sie sich auch persönlich weiterentwickelt, sagt Kindergarten-Leiterin Ingrid-Decker-Lutter: „Sie war ohnehin schon sehr selbstständig, als sie zu uns gekommen ist, aber sie ist noch deutlich offener und selbstbewusster geworden.“

Nieweg unterstützt die fünf Erzieherinnen des Kindergartens in der Betreuung von momentan 30 Kindern. „Für uns ist der Vorteil, dass wir eine zusätzliche Hilfe haben, sowohl in den Gruppen als auch im hauswirtschaftlichen Bereich“, sagt Decker-Lutter. Ein Pluspunkt ist, dass Nieweg den Umgang mit Kleinkindern bereits kennt – ihre Mutter arbeitet als Tagesmutter. Im Gegenzug für ihren Dienst im Kindergarten bekommt Nieweg ein monatliches Taschengeld von 350 Euro.

Für die Stadt Schmallenberg ist die Erfahrung mit dem Bundesfreiwillendienst neu, seit vergangenem Sommer sind Nieweg und zwei andere Jugendliche im Einsatz. Im nächsten Kindergartenjahr wird es allerdings aus finanziellen Gründen keine neuen „Bufdis“, wie die Freiwilligen genannt werden, geben. Noch ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Stellen in anderen Bereichen anbieten kann. Grundsätzlich ist der Dienst auch in Pflegeeinrichtungen, Schulen, Krankenhäusern sowie bei kulturellen oder ökologischen Projekten möglich.

Ausgleich für den Zivildienst

Der Bundesfreiwilligendienst wurde in Deutschland eingeführt, nachdem der Zivildienst abgeschafft worden war. So soll die weggefallene Hilfe vor allem im sozialen Bereich ausgeglichen werden. Regelmäßig trifft Nieweg bei Fortbildungen auf Freiwillige aus anderen Bereichen. Im Fortbildungszentrum in Bad Oeynhausen stehen unter anderem politische Bildung, die Geschichte des Bundesfreiwilligendienstes oder Seminare zur sozialen Kompetenz auf dem Programm.