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Mit Oldtimern knatternd durch Sauerland

18.01.2016 | 08:00 Uhr
Mit Oldtimern knatternd durch Sauerland
Traumhafte Wagen: Die Oldtimer vonFoto: Privat

Bad Fredeburg.   Heinz Theissen ist ein Liebhaber alter Autos: Zeitweise hat der Bad Fredeburger vier Oldtimer selbst gefahren, darunter bekannte Modelle.

Mit seinen vier alten, aber sehr gepflegten Oldtimern ist Heinz Theissen lange knatternd im Sauerland unterwegs gewesen. Bis vor Kurzem hat der 93-jährige Rentner aus Bad Fredeburg seine DKW-Sammlerstücke noch selber gepflegt, repariert und restauriert. Nun musste er sich schweren Herzens von ihnen trennen und erinnert sich deshalb gerne an die vielen schönen Erlebnisse.

„Meine Liebe für diese Autos habe ich schon als elfjähriger Junge entdeckt“, erinnert sich Theissen. Sein Vater war in den 1920er-Jahren als Vollstreckungsbeamter tätig und hatte deshalb einen Dienstwagen. „Es gab damals nur ganz wenige Autos in Jülich, wo wir gelebt haben. Dieser Dienstwagen war ein wunderschönes älteres Modell eines DKW, der damals 1800 Mark kostete. Das konnten sich nicht viele leisten“, sagt er. „Ich durfte manchmal mitfahren – immer dann, wenn ich gute Leistungen in der Schule erbracht hatte.“ Er habe dann im Auto gewartet während sein Vater Hausbesuche machte. Wenn diese nicht ganz so glücklich verliefen und sie ganz schnell das Grundstück verlassen mussten, drehte der junge Theissen schon mal den Schlüssel um und ließ den Wagen an, so dass der Vater nur noch reinspringen musste. „So hat meine Leidenschaft für diese Autos angefangen“, erklärt er.

Reise mit 30 Stundenkilometern

Nach dem Zweiten Weltkrieg lernte er seine zukünftige Frau aus Bad Fredeburg kennen und zog mit ihr ins Sauerland. Theissen erlernte noch einmal ein neues Handwerk und half im Dachdeckerbetrieb des Schwiegervaters aus. „Die Liebe zu den Autos blieb immer bei mir. Und weil ich auf den Rat meines Vaters gehört und immer fleißig gespart hatte, anstatt das Geld in die Kneipen zu tragen, konnte ich mir nach und nach meine Traumautos leisten“, sagt Theissen. In Deutschland und der Schweiz fand er seine DKWs – damals nicht über das Internet, sondern über Zeitungsanzeigen. „Die Autos waren nicht immer in gutem Zustand. Eines war im Krieg unter Bergen von Stroh versteckt worden und ziemlich verrostet. Ich habe es restauriert und repariert, wie ich es noch bis vor einigen Jahren mit allen meinen Autos getan habe“, sagt Theissen. 

Um einen der DKW abzuholen, fuhren er und seine Frau bis nach Wüstenrot. Die Strecke von rund 350 Kilometern würde heute ohne Verkehr etwa vier Stunden dauern.  „Wir haben zehn Tage gebraucht. Das Auto fuhr maximal 30 Kilometer pro Stunde. Es war wie im Urlaub – wir haben im Auto geschlafen und morgens hat meine Frau Butterbrote auf der Motorhaube geschmiert. Diese Reise ist mir eine sehr liebe Erinnerung”, sagt Theissen.

Und davon gibt es einige. Die Bilder, Modelle, Pokale und andere Sammlerstücke in seiner Wohnung sind Zeitzeugen von vielen Autofahrten und noch mehr Erlebnissen. Nachdem er nun vor kurzem die letzten seiner vier DKW verkauft hat – „ich konnte mich mit mehr als 90 Jahren nun wirklich nicht mehr zum reparieren unter die Wagen legen“ – erinnert er sich mit seinen Fotos an die schöne Zeit.

Anike Engels

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2016-01-18 08:00
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