Das aktuelle Wetter Meschede 15°C
Erster Eindruck

Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg

08.09.2010 | 10:00 Uhr

Meschede.Zur Begrüßung erst einmal ein Prosit: Wer in Meschede eintrifft, bekommt nicht immer einen ersten guten Eindruck von der Stadt. Am Busbahnhof trifft er nicht selten auf eine Gruppe mit Dosenbier, die sich nicht immer zurückhaltend verhält. Darüber gibt es zunehmend Beschwerden.

Das Wort „Saufbolde“ fällt im Gespräch mit einem, der sich schon länger darüber ärgert, aber nicht genannt werden will: „Das ist kein gutes Zeichen für die Stadt Meschede“, sagt er. Und er erklärt, wo das Problem aus seiner Sicht liegt: „Nicht das Trinken allein, aber da wird gegröhlt und manchmal auch gepöbelt.“ Das sei nicht schön für Passanten, die dort vorbeimüssten, und wirke abstoßend auf Gäste - zum Beispiel auf jene, die den Ruhrtalradweg fahren wollten und in dem Bereich ankämen.

Ordnungsamt und Polizei wissen grundsätzlich Bescheid. Aber: „Probleme mit sozialen Randgruppen gibt es in jeder Kommune“, sagt Jörg Fröhling, Pressesprecher der Stadt Meschede. „Wir haben da keine rechtliche Handhabe.“

Auch ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit könne die Verwaltung nicht aussprechen. „Es gibt inzwischen Urteile aus anderen Regionen, wo solche Regelungen wieder gekippt worden sind“, berichtet er.

Darüber hinaus habe es zuletzt nicht mehr Beschwerden als sonst aus dem Bereich rund um den Busbahnhof gegeben. „Wenn es Probleme gibt, sind wir dankbar, wenn sich die Bürgerinnen und Bürger äußern“, erklärte Fröhling. So sieht es auch die Polizei. „Wir haben dort immer wieder kontrolliert und auf bestimmte Dinge hingewiesen“, heißt es. Aber klar sei auch: „Solange niemand eine Straftat begeht, kann er dort in der Regel sitzen.“

Die Polizei habe dennoch ein Auge auf die Gruppe. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt betreibt sie seit Februar 2009 das Projekt „Ruhrbrücke 300“ - die Zahl steht für 300 Meter Radius, also die Fläche, die rund um den Bahnhof intensiv überwacht werden soll.

Dabei handelt es sich um ein Präventionsprojekt: Die Behörden wollen Präsenz zeigen, bevor Straftaten begangen werden. Das Projekt habe durchaus Erfolge. Die Polizei: „Es werden immer wieder Kontrollen vorgenommen, zuletzt zum Beispiel an der Ruhrbrücke, nachdem es dort Hinweise auf Drogendelikte gegeben hatte. Auch Platzverweise am Bahnhof hat es in der Vergangenheit schon mehrfach gegeben.“

Oliver Eickhoff

Facebook
 
Kommentare
11.09.2010
10:21
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von Stefan | #10

Genau! Ein anständiger Deutscher sitzt nicht in der Öffentlichkeit rum! Ein anständiger Deutscher geht
1. malochen
2. einkaufen
3. einkaufen
4. einkaufen
5. in der Kneipe oder im Verein saufen
6. zu Hause fernsehkucken

10.09.2010
22:51
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von nichtwegschauer | #9

Das sind doch die Platzhocker vom früheren Karstadtplatz, die entweder dort am saufen waren, oder neben Ricken, äh dem T-Punkt.
Ausserdem ist immer viel Migrationshintergrund dort sichtbar. Also Clans.

10.09.2010
14:27
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von CHRISTOFFER 67 | #8

da haben wir Ihn wieder den anständige Bürger; von Meschede, tut nichts weis nichts und hat trotzdem zu allem und jedem etwas zu sagen.
Mir wird übel, wenn ich daran denke, dass noch vor einigen Woche die ganze Stadt auf Herrn .......
einschlug, weil dieser bedauerlicherweise in der falschen Zeitung veröffentlicht wurde. Leute macht mal die Augen auf, in unserem Land gibt es nicht nur ein Integrationsproblem, einige Mescheder haben auch einig, wie zu Beispiel die Dosenbierfraktion bei ALDI.

10.09.2010
13:15
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von CDNRW | #7

:-)

beitrag beginnt schonmal gut: möchte nicht genannt werden ....

die jungs sind seit jahr und tag im stadtbild zu sehen, früher bei aldi, jetzt dort. dann mal gegenüber dem finanzamt - oder sonstwo.. spielt auch keine geige.

die haben noch nie jemanden bepöbelt, doof angemacht, geschweige sich nicht korrekt verhalten.

vielleicht spricht hier der anonyme das aus, was er denkt: möchte diese randgruppe (nicht böse gemeint) nicht im stadtbild sehen und greift letztlich zu aussagen a la „Nicht das Trinken allein, aber da wird gegröhlt und manchmal auch gepöbelt.“

der anonyme herr soll mal fakten nennen und nicht spekulieren oder mutmaßen. habe von solchen dingen jedenfalls noch nie etwas gehört und bin weder angesprochen, noch angepöbelt worden - und ich gehe sehr oft daher. wenn dem so sei, wären die jungs (so wie oben geschrieben) dort sicher nicht mehr auffindbar. also: kirche im dorf lassen, weniger spekulieren - dafür gibts die börse.

09.09.2010
09:14
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von newview | #6

Diese Leute gab es schon immer, die sind nur einfach mit dem Aldi umgezogen und etwas lauter geworden.

08.09.2010
23:52
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von Peter | #5

Ach die sind doch Lieb und Friedlich, tun doch keinem was, wenn man sie nicht ärgert!

08.09.2010
14:28
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von WissenistMacht | #4

@ Gan

Ich komme des öfteren dort vorbei. Mich hat noch niemand dort angepöbelt. Vielleicht habe ich aber auch keine provokanten Sprüche losgelassen.

08.09.2010
12:42
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von Gan | #3

Es ist ja schön und gut wenn man sich Treffen will nur das Bild welches WissenistMacht hier darstellt verzerrt die Wirklichkeit doch ein wenig. Denn dort wird nicht einfach nur Gemeinschaft gehalten. Vielmehr ist es so das fast jeder angepöbelt oder sogar angebettelt wird, sollte dann kein Almosen gegeben werden darf man mit Beschimpfungen und Gewaltandrohungen rechnen, diese Individuen machen dabei selbst vor alten Leuten und Schulkindern nicht halt.
Dies ist wohl auch ein Hauptgrund dafür das viele anständige Bürger inzwischen einen Großen Bogen um diese Gruppe machen und deutlich längere Laufwege in kauf nehmen.

Von dem Müll, den diese Gruppe produziert wollen wir mal garnicht erst anfangen, weil dessen Entsorgung darf dann auch wieder die Stadtreinigung und damit die Gemeinschaft übernehmen.
Also mit anderen Worten die Bürger welche diesen Leuten das Bier und die Müllentsorgung bezahlen und sich dann zum Dank noch blöd anmachen lassen müssen.
Zu dieser Thematik haben die Angestellten naheliegender Discounterfilialen sicherlich auch noch einige nette Geschichten auf Lager ...

Schade das man in Deutschland keine permanenten Platzverweise aussprechen kann womit man diese Personen aus dem Stadtbild verbannen könnte.

08.09.2010
12:36
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von Stefan | #2

Ruhrbrücke 300 - warten Sie mal -, das war doch das Projekt, bei dessen Auftakt der Leiter der Polizeiwache gesagt hat, dass es eigentlich überhaupt kein Problem gibt, er aber trotzdem den betreffenden Bereich verstärkt kontrollieren lassen würde, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu erhöhen...?

08.09.2010
11:35
Mit Dosenbier am Ruhrtal-Radweg
von WissenistMacht | #1

Jede soziale Gruppierung im Stadtgebiet kennt Treffpunkte. Für die Studenten wird es freuen, dass das Campus wiedereröffnet wird. Die Mitglieder elitärer Clubs kennen ihre Treffpunkte selber. Es gibt aber auch eine Gruppe von Einwohnern, denen kein Wirt sein Lokal zur Verfügung stellen würde. Zudem hätten die meisten auch gar nicht das Geld, frisch gezapftes Bier zu bezahlen. Diese Menschen greifen auf die billigsten Biersorten in Flaschen oder Dosen zurück und treffen sich in der Nähe vom Bahnhof. Solche Treffpunkte gibt es in jeder Stadt und sie gehören auch dazu. Diese Menschen zu vertreiben, solange sie sich nur treffen, um Gemeinschaft zu halten, ist nicht berechtigt. Wer Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begeht, muss dafür belangt werden, aber eben auch nur dafür. Allein der Umstand, dass mancher dieser Gruppe bei jedem Modell-Wettbewerb auf dem allerletzen Platz landen würde, darf kein Argument sein.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3668033/create

Aktuelle Fotos und Videos
Schützenfest Oberhenneborn
Bildgalerie
Kieserling König
Schützenfest Bremke
Bildgalerie
"Schmiede" Schulte
Schützenfest Heringhausen
Bildgalerie
Bathen trifft
Schützenfest Olpe
Bildgalerie
König Karbon
Aus dem Ressort
Einfach so durchs Klassenzimmer stromern
Schulhund
Er darf das. Gerade hat er eine ganze Englischstunde komplett verschlafen. Schließlich ist „Caillou“ erst 22 Wochen alt – und schon in der Jakobus-Grundschule. Für Nicole Wolf, Rektorin in Remblinghausen, steht das Experiment mit „Caillou“ zwar noch ganz am Anfang. Aber sie hat schon gemerkt: „Er...
Foto
Niederländisches Recht, englischer Besitz und deutsche Ohnmacht
Der Fall Hertie
Sprechen statt enteignen – darauf läuft zugespitzt die Politik der Stadt Meschede im Fall Hertie hinaus. Bürgermeister Uli Hess verteidigte diese Strategie im Hauptausschuss. Eine Enteignung, von der SPD jetzt als letztes Mittel ins Spiel gebracht, lehnte er völlig ab: „Nicht bei einer...