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Missbrauchsfall im Mescheder Kloster

16.03.2010 | 17:22 Uhr
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster

Meschede. Auch die Abtei Königsmünster ist von einem Fall sexuellen Missbrauchs betroffen. Das Kloster informierte Dienstagabend die Öffentlichkeit darüber. Bereits vor einem Monat erstattete ein Bruder Selbstanzeige. Schon im Jahr 2000 war er von seinen Aufgaben entbunden worden.

Bereits vor einem Monat erstattete ein Mitbruder der Abtei Königsmünster bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg Selbstanzeige wegen sexuellen Missbrauchs bis Ende der 90er Jahre. Mit diesem Schritt übernahm der Mitbruder die Verantwortung für sein Tun, heißt es in einer Pressemitteilung der Abtei Königsmünster in Meschede.

Mehrjährige Therapie

Nach erstmaligem Bekanntwerden der Vorwürfe im Jahr 2000 wurde der Mitbruder mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Die Familie des Betroffenen und die Verantwortlichen der Abtei haben damals von einer Strafanzeige abgesehen. Zwischen 2000 und 2005 lebte der Mitbruder in einer Abtei im deutschsprachigen Ausland. Den Verantwortlichen dieser Abtei waren die Hintergründe bekannt. Während dieser Zeit unterzog sich der Mitbruder einer mehrjährigen Therapie.

Mit Rücksicht auf das jetzt laufende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft hat die Abtei zunächst von einer Information der Öffentlichkeit abgesehen. Abt Dominicus hatte im Vorfeld der Selbstanzeige die Diözesanleitung in Paderborn und die Leitung der Kongregation von St. Ottilien, zu deren Verbund die Abtei Königsmünster gehört, informiert.

Im Interesse an einer lückenlosen Aufklärung der Sachlage bitten die Mönche der Abtei darum, dass sich etwaige Opfer missbräuchlicher Handlungen melden, damit ihnen gegebenenfalls therapeutische Hilfe zuteil werden kann.

Ansprechpartner

Als Ansprechpartner außerhalb der Abtei stehen zur Verfügung: Leitender Staatsanwalt a.D. Heinz-Bruno Lütticke, Tel. 0291/3440 und Dr. Uta Heidenreich, Rechtsanwaltskanzlei Dolle & Partner, Tel. 02931 / 52470. Von Seiten der Abtei ist der Superior der Cella St. Benedikt in Hannover, Pater Dr. Dieter Haite OSB, Telefon: 0511/9628810 Ansprechpartner.

Bereits 2003 war P. Dieter nach Inkrafttreten der „Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich im Bereich der Deutschen Ordensobernkonferenz“ als Ansprechpartner für etwaige Fälle benannt worden. Auch er wird Hinweise vertraulich entgegennehmen.

Über den weiteren Verlauf und die Ergebnisse der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft wird die Abtei Königsmünster die Öffentlichkeit informieren.

DerWesten Sauerland

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Kommentare
10.04.2010
09:05
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von Horst Arwers | #61

...ich dachte immer, dass das Thema Kollektivschuld in einer so modernen Gesellschaft wie der unsrigen nicht mehr angewendet wird, aber nach allem, was ich hier lese, scheint es doch noch ein sehr weiter Weg zu diesem Ziel zu sein. Das macht mich traurig und ich finde es schade..... Etwas mehr Sachlichkeit und Hintergrundwissen über die betroffenen Personen (Täter, Opfer und Äbte) wäre hilfreich (ich kenne zumindest Täter und Äbte persönlich) . Ich bin von meinem 7. bis zu meinem 14 Lebensjahr sexuell missbraucht worden und habe bis heute menen Deutschen Pass nicht zurückgegeben, denn die Täter waren Deutsche und wußten um das Strafrecht.... und Katholisch bin ich auch noch...warum auch nicht?

02.04.2010
20:48
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von sauerländerin | #60

jaja so ist das Hauptsache fleißig beten und in die Kirche gehn frei nach dem Motto dann bin ich frei von Schuld aber so sind nicht nur Mönche, Abte, und Pastore es gibt auch Lektoren die sich so vergehn aber dies wird natürlich tot geschwiegen (frei nach dem Motto was nich erzählt wird ist auch nich passiert) vom Dienst als Lektor ist er zurück getreten, doch ob das was ändert?

28.03.2010
12:29
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von Heimatfremder Mescheder | #59

@Bürgerin:
Bei allem Respekt, aber wie NAIV muss man sein, dem Konzern Kirche nach allen diesen Dingen JETZT noch hinterherzulaufen. Machen Sie die Augen endlich auf. Was hier im beschaulichen, behüteten Sauerland gerade hochkocht, ist doch nur die Folge dessen, was Bundesweit passiert.
Opferschutz: Ja.
Die Augen zu machen, und die Kirche jetzt noch verteidigen: Definitiv NICHT.
Es ist mit Sicherheit schade, wenn so mancher Lektor, Geistliche, etc, nun jenes verliert, was er sich im Laufe der letzten Jahrzehnte (und damit meine ich vorallem scheinheilige Menschen, die aus Gruppenzwang, Ansehen, etc. jeden Sonntag brav in diese Institution getingelt sind) aufgebaut zu haben scheint.
Aber liebe Sauerländer, kommt doch mal in der Realität an !

Ferner ist diese Art von Journalismus richtig. Es ist an der Zeit endlich all die Taten aufzudecken, die dort Jahrelang stillschweigend toliert und unter den Teppich gekehrt wurden.
Das einzigste was journalistisch hier falsch läuft, ist die Befremdlichkeit, wie die WP/WR versucht dieses wichtige Thema auf kleiner Flamme zu kochen.
Wie sonst könnte man sich erklären das dieser Artikel bereits zwei Tage nach erscheinen nur noch über Umwege bei derwesten.de auffindbar ist ?

27.03.2010
16:47
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von Bürgerin | #58

Schade. Niemand denkt an die Opfer. Wenn nun die Familie des ersten Betroffenen damals beschlossen hat, das Kind nicht zu stigmatisieren und deshalb kein Strafverfahren anzustrengen, warum respektiert man das nicht? Warum wird alles mit steigender Lust an die Öffentlichkeit gezerrt? Kann sich jemand von Ihnen vorstellen, wie sich die Opfer fühlen mögen, die nun täglich in den Medien davon lesen, was sie vielleicht ganz gerne vergessen wollten? Wohl kaum!
Statt dessen ergötzt sich wieder einmal die Öffentlichkeit an der Veröffentlichung und fordert sogar, dass noch weiter von der Presse recherchiert wird. Ich vertraue da lieber auf die Strafverfolgungsbehörden und traue diesen auch mehr Fingerspitzengefühl zu!
Und im übrigen kann ein sexueller Missbrauch durchaus vorliegen, ohne dass das Opfer davon weiß. Es kann beobachtet worden sein, berührt worden sein, ohne dass es die Erregung des ERwachsenen gespürt hat usw.
Und glauben Sie alle wirklich, dass so etwas nicht täglich in staatlichen Schulen, in Sportvereinen, sogar in den Familien stattfindet? Wie naiv muss man denn sein, um diese Taten lediglich mit dem Zölibat oder einer Kirche in Verbindung zu bringen, die man vielleicht nicht versteht und deshalb fremd findet?
Es liegt mir fern, die Augen vor Schuld oder Unrecht zu verschließen. Aber wenn hier jemand von sich aus etwas zur Anzeige bringt, um Licht hinein zu bringen, dann ist das für mich ein Zeichen echter Reue. Schlimm genug, aber lassen wir doch bitte die Opfer in Ruhe !

21.03.2010
09:42
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von pezdoro | #57

H E R R , erbarme dich unser!

20.03.2010
19:15
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von susi1968 | #56

Ja, entlassen wir doch alle Straftäter wieder aus dem Gefängnis! Weil wir ja alle schuldig sind:
HA, HA. HA
Wer nicht davon betroffen ist, kann immer tolle Sprüche bringen.

20.03.2010
12:56
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von w. kaemmerling | #55

Nur wer frei ist von jeder Schuld.............
der werfe den ersten Stein

20.03.2010
01:43
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von susi1968 | #54

Dieser Mönch gibt 19 Missbrauchsfälle zu?
Es sind weitaus mehr Missbrauchsfälle schon vor seinem Eintritt ins Kloster.
Aber die sind ja angeblich verjährt!
Kann heute jeder kranke Mensch ins Kloster flüchten und seine Triebe dort weiter ausleben? Für manche Heimkinder wird es so was wie eine Erlösung gewesen sein!
Manchmal frage ich mich, wofür ich soviel Kirchensteuer zahlen soll? Um falsche Moralprediger zu unterstützen?

19.03.2010
20:06
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von Schmu | #53

Das eine ist die Straftat - und die kann juristisch verfolgt werden.
Das andere ist der Umgang mit einer Straftat - und über den lässt sich sicher streiten, ganz sicher auch in Hinsicht auf das Verhalten der Amtskirche und ihrer Institutionen!.
Keinesfalls aber kann sexueller Missbrauch missbraucht werden, um allgemeine Kirchenkritik zu üben! Das wird zum einen den Opfern nicht gerecht, lässt zum anderen auch außer Acht, dass sexueller Missbrauch sich nicht auf die Kirche beschränkt. Oder gibt es die Fälle nicht, in denen innerhalb von Familien, in Schulen, auch in Betrieben und anderswo Jugendliche missbraucht worden sind oder werden?! Was mag da alles noch im Verborgenen schlummern!

19.03.2010
18:43
Missbrauchsfall im Mescheder Kloster
von M. Fitzgerald | #52

§ 182
Sexueller Missbrauch von Jugendlichen
(1) Wer eine Person unter achtzehn Jahren dadurch missbraucht, dass er unter Ausnutzung einer Zwangslage
1. sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt oder
2. diese dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird eine Person über achtzehn Jahren bestraft, die eine Person unter achtzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie gegen Entgelt sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt.
(3) Eine Person über einundzwanzig Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie
1. sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt oder
2. diese dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen
und dabei die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(4) Der Versuch ist strafbar.

Und der Abt deckt´s und hüllt sich über Jahrzehnte in Schweigen - arme Kirche!

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