Mietrecht – Jede zweite Nebenkostenabrechnung ist falsch

Bei Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter vermittelt der Mieterverein.
Bei Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter vermittelt der Mieterverein.
Foto: Seeger
Immer mehr Mieter wenden sich bei Konflikten an die Mieterberatung - aus gutem Grund! Jede zweite Nebenkostenabrechnung birgt kostspielige Fehler.

Meschede.. Oft verstecken sich darin Kosten, die nicht auf die Mieter umgelegt werden dürfen. Um die zu erkennen bedarf manch einer professionelle Hilfe. In Meschede beobachtet der Mieterverein des Kreises Soest und Umgebung eine steigende Anzahl von Mietern, die ihre Rechte einfordern. In den letzten Jahren seien immer mehr Menschen mit Mietproblemen zur Beratung des Mietervereins in Meschede gekommen.

Illona Ebeler, Geschäftsführerin desselbigen, weiß warum: „Die Mieter hinterfragen die Nebenkostenabrechnungen und achten immer mehr auf eine korrekte Aufschlüsselung. Da die sehr umfangreich ist, helfen wir gerne dabei.“ Denn etwa jede zweite der jährlich über 21 Millionen Betriebskostenabrechnungen deutschlandweit ist nach Einschätzung der örtlichen Mietervereine falsch, unvollständig oder schlicht nicht nachvollziehbar, wie der Deutsche Mieterbund kürzlich bekannt gab.

Beratungen in Sachen Schimmel

Bei einer hohen Nebenkostenabrechnung rät der Deutsche Mieterbund dazu, die aktuelle mit der aus dem letzten Jahr zu vergleichen und zu überprüfen, welche Positionen erheblich teurer geworden sind. Für einen Widerspruch habe der Mieter allerdings nur vier Wochen Zeit. Da kann es durchaus ratsam sein, Mitglied im örtlichen Mieterverein zu werden.

„Tatsächlich kommen die Menschen hauptsächlich mit Nebenkostenabrechnungen zu uns, aber auch bei Mängeln in der Wohnung, Hilfe beim Ende des Mietverhältnisses oder etwa Schimmel in der Wohnung“, erklärt Ebeler. Neben den Nebenkostenabrechnungen haben nämlich auch Beratungen in Sachen Schimmel in der Wohnung „massiv zugenommen“. Ebeler erklärt: „Sehr oft ist Feuchtigkeit die Ursache. Das kann an unsachgemäßem Lüften liegen, aber durchaus auch an der Bausubstanz der Mietshäuser und an den herrschenden Wetterbedingungen.“

Mitgliedschaft notwendig

Bei solchen Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter vermittelt dann der Mieterverein. „Zunächst durch ein ausführliches Beratungsgespräch, dann durch schriftliche Auseinandersetzung. Grundsätzlich versuchen wir, in allen Angelegenheiten eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Das ist auch der Regelfall. Sollte es doch einmal zu einem Rechtsstreit kommen, ist der Mieter über unseren Verein mietrechtsschutzversichert“, beschreibt Ebeler den Verein. Um diese Vorteile nutzen zu können, bedarf es einer Mitgliedschaft zu 62 Euro im Jahr und einer Aufnahmegebühr von 18 Euro.