Mieter der Schmallenberger Ladenzeile sorgen sich

Außer den Stammkunden gehen nur noch wenige Passanten in die Ladenzeile.
Außer den Stammkunden gehen nur noch wenige Passanten in die Ladenzeile.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Seit der Insolvenz der luxemburgischen Eigentümergesellschaft haben die Einzelhändler Probleme mit ihren Verträgen. Außerdem ist die Zahl der Passanten zurückgegangen.

Schmallenberg..  Rund um die Ladenzeile ist es ruhig geworden: Nach einer Erhebung der Industrie- und Handelskammer kamen dort im Jahr 2010 noch rund 1100 Passanten pro Stunde vorbei, 2014 waren es nur noch 900. „Ich hätte gedacht, es wären noch viel weniger“, sagt eine Einzelhändlerin. Während die meisten anderen Einzelhändler in Schmallenberg ihm positive Rückmeldungen geben, überraschen Reiner Luig diese Zahlen kaum. „Das wundert mich nicht, die Ladenzeile hat durch die Schließung der Rossmann-Filiale enorm an Kundenfrequenz verloren“, sagt der Geschäftsführer der Werbegemeinschaft.

Seit rund einem Jahr hat die Rossmann-Filiale ihren Sitz ein paar Häuser weiter an der Weststraße 12. Seitdem steht das frühere Geschäft in der Ladenzeile leer. Doch nicht nur der Auszug des Drogeriemarktes und der damit verbundene Passantenrückgang machen den verbliebenen Mietern zu schaffen.

Mieter schalten Anwalt ein

Die luxemburgische Gesellschaft, der die Ladenzeile gehört, ist insolvent. Mit der Vermietung ist die Berliner Immobilien-Verwaltung „Estama“ beauftragt. Seit diese beiden Firmen zuständig seien, werde das Gebäude weniger gepflegt, sagt eine Mieterin: „Seitdem geht die Ladenzeile den Bach runter – es ist einfach nicht mehr ansprechend für die Leute.“ Wie es mit der Ladenzeile weitergehen wird, ist bisher unklar. „Wir sind am Ball und versuchen das zu verfolgen, aber von hier aus ist es schwierig, Einfluss zu nehmen“, sagt Gernot Miller, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung „Schmallenberg Unternehmen Zukunft“. Nicht nur für ihn ist die Kontaktaufnahme schwierig – sogar die Mieter haben Probleme. Mehrere von ihnen sind schon daran gescheitert, telefonisch an den richtigen Ansprechpartner zu gelangen, wenn es um ihre Verträge geht.

Weil sie mit ihren bestehenden Mietverhältnissen unzufrieden sind und die Mietpreise gut doppelt so hoch sind wie im gewerblichen Mietspiegel für Schmallenberg ausgewiesen, haben sich einige Einzelhändler bereits zusammengeschlossen und einen Anwalt mit der Angelegenheit betraut.

Ungewissheit ist groß

Um den Ärger nicht noch zu vergrößern, wollen die betroffenen Mieter anonym bleiben. Denn grundsätzlich will keiner von ihnen die Ladenzeile, geschweige denn Schmallenberg, verlassen. „Wir haben schon seit anderthalb Jahren Pläne eines Architekten in der Schublade liegen, weil wir gerne renovieren möchten“, sagt ein Mieter. Doch für größere Investitionen sei die Ungewissheit zu groß.

Miller bringt die Hoffnung aller Beteiligten auf den Punkt: „Ideal wäre es, wenn sich ein finanzkräftiger Schmallenberger finden würde, der die Immobilie kauft.“ Momentan ist allerdings noch nicht einmal klar, ob die Immobilie überhaupt zum Verkauf steht. Der momentan für die Neuvermietungen zuständige Mitarbeiter wollte sich gegenüber dieser Zeitung nicht zur Ladenzeile äußern.