Meschedes Rekord-Blutspender

Meschedes aktivster Blutspender: Stefan Büngener legt sich seit seinem 18. Lebensjahr regelmäßig aufs Spenderbett.
Meschedes aktivster Blutspender: Stefan Büngener legt sich seit seinem 18. Lebensjahr regelmäßig aufs Spenderbett.
Foto: Jürgen Kortmann
Was wir bereits wissen
Seit 35 Jahren spendet Stefan Büngener regelmäßig Blut - bislang sind das insgesamt 87,5 Liter. Das macht ihn zum Rekord-Blutspender in Meschede und Eslohe. Jetzt wird er für seine 175. Blutspende ausgezeichnet.

Meschede.. Das macht ihm so schnell keiner nach. Stefan Büngener hält in der Region den Rekord. Insgesamt 87,5 Liter Blut spendete er bislang im Verlauf seines Lebens. Am Donnerstag wird der 53-Jährige für seine 175. Blutspende ausgezeichnet – so viele hatte hier noch niemand. Er ist der Mann, der Ihnen vielleicht einmal das Leben rettet.

Büngener wird mal wieder eine Urkunde und eine Ehrennadel des Deutschen Roten Kreuzes bekommen. Lothar Wrede, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Meschede, weiß aber: „Ihm bedeuten solche Äußerlichkeiten nichts.“ Büngener tue das aus Überzeugung. Für Wrede ist Stefan Büngener einer, „der vorbildlich Verantwortung für die Allgemeinheit übernimmt“.

Bis zu sechsmal im Jahr zur Spende

Mit 18 Jahren ist Stefan Büngener dem DRK selbst beigetreten. Damals fing er auch an, regelmäßig Blut zu spenden. Das hat er seit jetzt 35 Jahren beibehalten – alle 56 Tage, wenn möglich, bis zu sechsmal im Jahr, jeweils ein halber Liter seines Blutes. Er macht das uneigennützig, verdeutlicht aber, das ein wenig Egoismus ruhig dabei sein dürfe: „Im Moment bin ich in der glücklichen Lage, selbst etwas abgeben zu können. Vielleicht komme ich aber irgendwann selber einmal in die Lage, auf gespendetes Blut angewiesen zu sein. Dann hoffe ich ja auch, dass jemand für mich da ist.“ Als passionierter Motorradfahrer weiß Büngener selbst auch, wie schmal der Grat ist, möglicherweise selbst einmal in eine Notlage zu kommen.

Noch einmal, zur Verdeutlichung: Warum sollte man Blut spenden? Büngener antwortet mit der Gegenfrage: „Warum nicht, wenn man gesund ist? Der kleine Piks jedenfalls tut nicht weh. Man kann anderen nur helfen.“

Engagiert auch im DRK

Stolz sei er schon ein wenig auf seinen Rekord im DRK-Bereich von Meschede und Eslohe: „Ein bisschen will ich schon Vorbild sein für andere. Es kann nie genug Blutspender geben.“ Büngener ist im Hauptberuf bei Martinrea-Honsel im Bereich Umweltschutz tätig. Beim DRK spendet er nicht nur sein Blut, er ist auch Gruppenführer der „Schnellen Einsatzgruppe“, die als erstes bei Notfällen ausrückt, er engagiert sich im Sanitätsdienst, in der Ausbildung, er ist im Vorstand sowohl des Orts- als auch des Kreisverbandes. Einige Blutspenden hinter ihm in der Spender-Statistik liegt Theo Stöber aus Berge. Vielleicht überholt er ihn auch einmal. Denn Stöber leistet auch Plasmaspenden. Die darf man häufiger machen – innerhalb eines Jahres bis zu 45 Mal. Dabei wird nur der flüssige Bestandteil des Blutes entnommen. Sie ist für den Körper schonender. Büngener konzentriert sich rein auf Vollspenden, bei der das komplette Blut entnommen wird. „Ein feiner Unterschied“, sagt Stephan Jorewitz vom DRK-Blutspendedienst West in Hagen: „Da wird die Luft oben schon eng, 175 Vollspenden sind sehr selten.“

Stefan Büngener verspricht, weiterzumachen. Eine Altersgrenze für Blutspender gibt es nicht mehr: „Ich spende so lange, bis mir mein Hausarzt sagt, ich darf nicht mehr.“