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Meschederin ertüftelt Aufstehhilfe - jetzt serienreif

16.01.2016 | 11:00 Uhr
Meschederin ertüftelt Aufstehhilfe - jetzt serienreif
Die Aufstehhilfe von Brigitta Bongard „Trudis Bedside Assistant“: In einem Produkt-Video zeigen Ärzte, Pfleger und Patienten, wie sie funktioniert. Foto: Privat

Meschede/Arnsberg.   Mit einer einfachen Aufstehhilfe will Brigitta Bongard Kranken zur Selbstständigkeit verhelfen und Pflegende entlasten.

Lebenspraktische Erfindungen entstehen oft aus lebenspraktischen Fragen. Vor etwa fünf Jahren erhielt die Mutter von Brigitta Bongard eine neue Hüfte. Die damals 76-Jährige war nach Krankehaus und Reha wieder zu Hause, hatte aber große Probleme aus dem Bett aufzustehen. Es war niemand da, der ihr helfen konnte.

Ihre einzige Tochter lebte damals in Baden-Württemberg: „Ich habe mit Freunden im Wohnzimmer gesessen und überlegt: Wie schafft es meine Mutter allein aus dem Bett“, erinnert sich Brigitta Bongard. „Sie sollte ja möglichst schnell wieder selbstständig werden.“ Das war die Geburtsstunde der Aufstehhilfe Trudi, die seit Kurzem die Serienreife erreicht hat. Von Arnsberg aus wird sie für Europa und von Mexiko aus für Übersee produziert. Eine Erfolgsgeschichte.

Prototyp ertüftelt

Einfach zu handhaben sollte sie sein, und sie sollte nicht im Weg rumstehen, wenn sie nicht gebraucht wird. Nach viel Tüftelei entstand der Prototyp: ein Metallgestänge wird am Bettgestell verschraubt. Der Kranke zieht den Haltegriff über sein Bett und sich daran hoch. Während er sich zur Seite dreht, die Beine aus dem Bett schiebt und sich hinstellt, gibt ihm die Aufstehhilfe weiterhin Halt. Sie dreht sich mit. Anschließend wird sie zur Seite hochgeklappt. Einfach und praktisch.

Dabei ist Brigitta Bongard keineswegs eine versierte Handwerkerin oder Technikerin. „Ich würde mich als Praktikerin bezeichnen“, sagt die Italienisch-Lehrerin. Ihren ersten Entwurf stellte sie dem Fraunhofer Institut in Stuttgart vor. „Der Ingenieur dort dachte aber viel zu technisch und machte gleich komplizierte Verbesserungsvorschläge“, erinnert sie sich. Und dann hörte sie erstmal nichts mehr.

Sie zog mit ihrer Familie zurück nach Meschede. Währenddessen war ihre Mutter längst wieder fit, doch das Thema ließ sie nicht los. „Schlossermeister Josef Berkenkopf hat mir den ersten Prototyp zusammengeschweißt.“

Bei Recherchen im Internet stieß sie dann auf die Firma Rehatechnik Heymer in Neheim. „Reinhard Heymer verstand sofort, worauf es mir ankam“, erzählt Brigitta Bongard. In seiner Firma entstand aus dem grob zusammengeschweißten Gestänge eine medizinisch nutzbare Apparatur.

Auf der Reha-Care

Voller Stolz kann die Meschederin nun berichten, dass ihre Erfindung im Herbst bereits auf der Reha-Care in Düsseldorf vorgestellt wurde und dort „super“ ankam. Es gibt Überlegungen die 490 Euro teure Aufstehhilfe - von jedem verkauften Exemplar erhält Brigitta Bongard einen prozentualen Anteil - direkt mit Krankenhausbetten zu verkaufen. „Denn die meist genutzte Triangel ist für Patienten oft zu wackelig und die Pfleger werden durch die Aufstehhilfe beim Heben deutlich entlastet.“

Auch im St.-Walburga-Krankenhaus hat Brigitta Bongard ihre Idee schon vorgestellt und mit der Ärztin Dr. Hedi Maier-Dessureault eine professionelle Fürsprecherin gefunden, die auch auf dem Produkt-Video für die Aufstehhilfe wirbt. Sie bescheinigt ihr genau das, was Brigitta Bongard wollte: ein einfaches und praktisches Hilfsmittel.

Die Trudi Aufstehhilfe

 

Ute Tolksdorf

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