Mescheder Krankenhaus startet Kampagne gegen Keime

„Keine Chance für multiresistente Erreger“: Das St.-Walburga-Krankenhaus beteiligt sich an der Aufklärungskampagne. Um die Umsetzung kümmern sich  die Hygiene-Fachkräfte Martina Niermann und Guido Austermeier.
„Keine Chance für multiresistente Erreger“: Das St.-Walburga-Krankenhaus beteiligt sich an der Aufklärungskampagne. Um die Umsetzung kümmern sich die Hygiene-Fachkräfte Martina Niermann und Guido Austermeier.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Das St.-Walburga-Krankehaus in Meschede sagt muliresistenten Keimen den Kampf an.

Meschede.. Multiresistente Erreger - ein aktuelles Thema, das immer wieder engagiert diskutiert wird. Unabdingbar dafür: der sachliche Meinungsaustausch, basierend auf fundiertem Faktenwissen. Deshalb gehört auch das St.-Walburga-Krankenhaus zu den Unterstützern der jüngst gestarteten landesweiten Informationsoffensive. Sie steht unter Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Ausrichter des breit angelegten, in der Bundesrepublik bislang einmaligen Vorhabens, das unter die Losung „Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime. Keine Chance für multiresistente Erreger“ gestellt wurde, ist die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), der Dachverband für 370 Hospitäler.

340 Einrichtungen beteiligt

Während der nächsten Wochen klären mehr als 340 Einrichtungen mit ausliegenden Faltblättern und Postern über die typischen Verbreitungsformen von Keimen, über Vorbeugung oder zweckgemäßes Desinfizieren der Hände auf. Das besondere Angebot gibt’s im Gebäude am Schederweg ab Mitte September 2015: Dann wird dort, passend zur gesamten Initiative, eine Wanderausstellung präsentiert.

„Gewissenhafte Einhaltung von Hygiene-Regeln“, unterstreicht Geschäftsführerin Anja Rapos, „ist elementarer Bestandteil unserer Krankenhaus-Behandlung“ – und verweist auf das seit Jahren durchgeführte Screening von Risikogruppen bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme. Ein Katalog, der regelmäßig - analog zu neuen Erkenntnissen - um andere potenzielle Keimträger erweitert wird.

Speziell geschulte Ärzte und Pflegekräfte kümmern sich darum, außerdem erwarben zwei Mediziner Zusatz-Zertifikate für sogenanntes „AntibioticStewardship“: Darunter werden jene Maßnahmen verstanden, die bei der Bekämpfung von Keimen mittels Antibiotika dazu beitragen sollen, medikamentös beste Heilungserfolge zu erreichen.

Übertragungswege eindämmen

„Um Übertragungswege einzudämmen, ist es aber ebenfalls notwendig, Patienten und Besucher gleichermaßen für die Problematik zu sensibilisieren“, begründet Rapos die Beteiligung an der KPNW-Kampagne. Daher umfasst das Bündel der Plakate, Aufkleber, Info-Broschüren neben hilfreichen Auskünften jede Menge nützlicher Tipps, wie der Einzelne selbst zur Prävention beitragen kann. Gerade dort, wo gemeinhin reger Publikumsandrang herrscht – beispielsweise im Foyer oder in den Wartezimmern – werden die Materialien verstärkt zu finden sein. Hier sind dann neben den ohnehin schon vorhandenen Desinfektionsspendern weitere dieser Apparaturen angebracht – quasi als symbolische Aufforderung.

Dass die Kreisstadt-Klinik „viel unternimmt“, um die Ausbreitung multiresistenter Erreger zu verhindern, betonen die beiden Hygiene-Fachkräfte Martina Niermann und Guido Austermeier - zuständig für die Umsetzung der Aktion vor Ort. Sie sind kontinuierlich auf den Stationen im Einsatz, bilden fortlaufend Kolleginnen und Kollegen aus, laden zu internen Audits ein, beraten oder unterstützen.

Der aktuellste Vorstoß: Mit der Unterweisung des Personals in übers Internet aufrufbaren TV-Lektionen beschreiten die Zwei einen ausgesprochen innovativen Weg. So wurden für ihr Tätigkeitsgebiet unterschiedliche Themenbereiche ins Netz gestellt, bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun jederzeit Intensität und Nachhaltigkeit der eigenen Kenntnisse testen können. Egal - ob Assistenzärzte, Controller oder Hauswirtschafterinnen: Anhand der durch die Online-Inhalte vorgegebenen Module lassen sich sämtliche Beschäftigte der Klinik gezielt anleiten – mit der Absicht, sie am Ende der jeweiligen Kurseinheiten lückenlos geschult zu haben.

Tägliche Kontrollen

Ferner gehören tägliche Kontrollen der mikrobiologischen Laboruntersuchungen zu den Schutz-Regularien, darüber hinaus findet enge Kooperation in regionalen Netzwerken statt. Und noch etwas passiert: War trotz aller Bemühungen eine Infektion tatsächlich nicht zu vermeiden, wird das Verfahren anschließend akribisch überprüft.