Mescheder Hauptschulen geraten weiter unter Druck

In Meschede geraten die Hauptschulen weiter unter Druck. das Bild zeigt Freienohler Schüler bei einer Luftballon-Aktion.
In Meschede geraten die Hauptschulen weiter unter Druck. das Bild zeigt Freienohler Schüler bei einer Luftballon-Aktion.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Zahl der Anmeldungen an den Mescheder Hauptschulen geht weiter zurück. Wird die Walburga-Hauptschule eine Gemeinschaftshauptschule, müssen Mescheder Eltern die Fahrt nach Freienohl selbst zahlen.

Meschede..  Immer weniger Eltern melden ihre Kinder an der Hauptschule an. Das zeigt der Vergleich der Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen. Eine grundsätzliche Gefahr für die Hauptschule sieht Gisela Bartsch, die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Stadt, trotzdem noch nicht.

„Alle Schulformen werden wir noch lange erhalten können. Die Frage ist allerdings, ob alle Standorte bleiben“, erklärte sie. Das hänge in Zukunft von den Entscheidungen der Eltern ab. Und dabei zeichnet sich auch ein neuer Konkurrenzkampf um die Schülerinnen und Schüler zwischen Meschede und Freienohl ab.

Bislang gibt es für Kinder und Jugendliche einen Fahrtkostenzuschuss, wenn sie aus Meschede nach Freienohl pendeln - weil es nur dort eine Gemeinschaftshauptschule gibt. Mit der geplanten Umwidmung der katholischen St.-Walburga-Hauptschule in eine weitere Gemeinschaftshauptschule fiele diese Unterstützung künftig weg: Mescheder müssten zur Mescheder Hauptschule gehen - oder ihre Eltern die Kosten selbst tragen.

Sechs solcher Fälle wären es beispielsweise für das kommende Schuljahr. Jörg Fröhling, Pressesprecher der Stadt Meschede, betonte allerdings: Wer einmal in Freienohl angemeldet sei, erhalte die Zuschüsse weiter. Erst ab dem Schuljahr 2016/17 würde sie für Neuanmeldungen eingestellt. Den Bestand der stärkeren Freienohler Hauptschule sieht die Stadt Meschede dadurch nicht gefährdet.

Insgesamt sind die Schülerzahlen der Viertklässler an allen Schulen um immerhin zehn Prozent von 309 auf 274 gesunken. Doch die Gymnasiasten-Zahl bleibt erstaunlich konstant.

Auch die Realschule hat ein Hoch: Da die katholische Walburga-Realschule - wie alle sechs Jahre - wieder einen dreizügigen Jahrgang hat, besuchen ab Herbst 168 Fünftklässler eine Realschule. Dabei beobachtet die Stadt, dass es aus Bestwig Zulauf gibt. Eltern entscheiden sich bewusst gegen die dortige Sekundarschule. Abwanderungen gibt es auch aus Berge zur Esloher Realschule - und aus Freienohl zu den privaten Gymnasien in Arnsberg.

War damit die Entscheidung gegen die Sekundarschule richtig? Das möchte Gisela Bartsch so nicht kommentieren: „Wir als Schulträger wollten vor allem eine breite Differenzierungsmöglichkeit für die Kinder.“ Jetzt gehe es darum, die Standorte weiter zu erhalten. „Die Frage ist, wie lange. In der Hand haben das die Eltern.“