Meschede liefert den schlechtesten Biomüll

Thorsten Schmidt, Betriebsleiter im Kompostwerk Hellefelder Höhe, zeigt den Biomüll aus Meschede samt Verunreinigungen.
Thorsten Schmidt, Betriebsleiter im Kompostwerk Hellefelder Höhe, zeigt den Biomüll aus Meschede samt Verunreinigungen.
Foto: Beate Feische
Was wir bereits wissen
Geschäftsführer und Betriebsleiter des Kompostwerkes Hellefelder Höhe ärgern sich über Verunreinigungen.

Meschede/Hellefeld.. 3700 Tonnen Kompostmüll aus der braunen Tonne liefert die Stadt Meschede pro Jahr ans Kompostwerk auf der Hellefelder Höhe. Auch Sundern, Eslohe, Balve und Neuenrade gehören zu den Lieferanten. „Aber Meschede ist mit Abstand unsere schlechteste Kommune“, sagt Geschäftsführer Reimund Klute.

Zu rund drei bis vier Prozent sei der Mescheder Müll verunreinigt. Er glaubt, dass die Stadt die falschen Anreize setzt. „Für die Bürger ist es günstiger den Restmüll in die braune Tonne zu stopfen als sich eine größere schwarze Tonne zu kaufen.“

Gut funktioniere die Trennung in den Kommunen, wo die Bürger hundertprozentig hinter der Trennung stehen. „Balve beispielsweise, hat die Komposttonne schon früh freiwillig eingeführt.“ In Arnsberg würden regelmäßig Komposttage organisiert, an denen Kompost umsonst abgegeben werde. „Dann sehen die Bürger auch, dass Biomüll ein echter Wertstoff ist.“

Für Klute ist er das bereits jetzt in doppelter Hinsicht. Nicht nur, dass er den Biomüll nach 24 Wochen, in denen er gesäubert, zerkleinert und bakteriell aufbereitet wird, als Wertstoff verkaufen kann. Bei der Verarbeitung entsteht zudem soviel Wärme, dass Klute bei seinem Kompostwerk in Stockum daraus bereits Energie gewinnt. An der Hellefelder Höhe plant er Ähnliches.

Doch davor muss der Biomüll – 27 000 Tonnen sind es in Hellefeld insgesamt – gereinigt werden. Und das ist eben bei den Mescheder Lieferungen relativ aufwändig, wie auch Thorsten Schmidt, Betriebsleiter des Kompostwerks Hellefelder Höhe bestätigt. „In der Sortieranlage wird schon einiges rausgefiltert. Aber ein Mitarbeiter ist noch den ganzen Tag damit beschäftigt, Verunreinigungen rauszuziehen.“

Und es gibt wohl nichts, was man dort nicht schon gefunden hätte: Folien, Binden, Pampers, Infusionsschläuche, Flaschen, Teller und Bratpfannen, Elektrokleingeräte und ganze Autobatterien.

Verpackungen und Tüten

Schwierig sind auch kompostierbare Verpackungen und Tüten. Schmidt: „Die Maschine kann das nicht unterscheiden und einige verrotten auch nicht vollständig.“

Schmidt ist überzeugt, dass er sogar sagen kann, aus welchen Mescheder Straßenzügen die Firma Lobbe den Biomüll anliefert. „Da, wo viele Menschen leben oder auch viele Senioren, wird schlecht getrennt.“ Dem Entsorger macht er keine Vorwürfe, „die hören es scheppern, aber können ja dann auch nichts machen.“ Auch verstärkte Kontrollen zeigten immer nur punktuellen Erfolg. „Nach ein paar Tagen ist das alles wieder vergessen. Nur wenn Bürger hundertprozentig dahinter stehen, klappt das auch.“

Wildschweinkopf in Eslohe

Doch selbst die scheinbaren Vorzeigekommunen sind ihm schon negativ aufgefallen. Zwar finde man in Eslohe deutlich weniger Restmüll, „aber ein ganzer Wildschweinkopf gehört auch nicht in den Biomüll, sondern in die Tierkörperbeseitigung.“