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Menschen sollen sich treffen - auch auf dem Schützenfest

28.01.2009 | 18:40 Uhr

Meschede. Wie eine gute Integration gelingen kann, darüber sprach WR-Volontärin Maike Rellecke mit Dr. ...

Dialogbeauftragter Dr. Ahmet Arslan

... Ahmet Arslan, Dialogbeauftragter der Islamischen Gemeinde in Meschede.Herr Arslan, was sagen Sie zu der Studie der Berlin-Instituts für Bevölkerung, nach der Menschen mit türkischer Abstammung nicht gut integriert sind?Dr. Ahmet Arslan: Wo hilft die Gemeinde, wo fördert sie?Wie kann Integration gut gelingen?Fühlen Sie sich integriert?Was wünschen Sie sich für die Integrationsarbeit in Meschede? Das Verhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist hier in Meschede ein anderes als in Berlin oder sonstwo. Ich persönlich erlebe hier jeden Tag viel Positives. Die Türkisch-Islamische Gemeinde ist eine Anlaufstelle beim Alltagsproblemen. Zudem fördern wir den gemeinsamen Austausch zwischen Deutschen und türkischen Einwandererfamilien.

Beim Stadtteilfest Meschede-Nord haben wir mehrere Aktionen mitgestaltet. Davon partizipieren alle: Viele unserer Gemeindemitglieder machen mit und treffen viele Besucher. So funktioniert Integration ganz praktisch.

Bei Problemen zum Beispiel in der Schule kann unser Imam vermitteln. Wenn türkische Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder zur Klassenfahrt mitkommen, sorgen die Lehrer dafür, dass die Kinder kein Schweinefleisch zu essen bekommen und Jungs und Mädchen getrennt schlafen.

Aufgeschlossenheit und Interesse sind Grundvoraussetzung. Das gilt aber nicht nur für Deutsche und Türken. Jede Gesellschaft besteht aus vielen Minderheiten: aus Hartz-IV-Empfängern, Punks, Hip-Hoppern, Akademikern, Christen und eben auch Muslimen. Vorurteile können immer nur durch Begegnungen abgebaut werden.

Ja sicher! Meschede ist unser Zuhause. Wir fühlen uns wohl, unsere Kinder haben hier ihre Freunde. Wir haben guten Kontakt zu den Nachbarn. Wir wünschen denen frohe Ostern und die uns ein schönes Fastenbrechen. Nach dem Fastenmonat Ramadan fordern wir unsere Gemeindemitglieder auf, Nachbarn einzuladen und gemeinsam zu feiern. Auch da bekommen wir seit fünf Jahren nur positive Rückmeldungen.

Ich wünsche mir einen Integrationsbeauftragten, der die Probleme der Migranten ernst - und vor allem wahrnimmt. Ich wünschen mir, dass sich Leute, die beruflich zusammen arbeiten, auch privat treffen und Kollegen mit ausländischen Wurzeln zum Beispiel den Zugang zum Schützenfest erleichtern.

(Foto: Daniela Thamm)

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