Mehr Transparenz und mehr Mitbestimmung

Meschede..  Auch optisch geht Meschedes größter Sportverein neue Wege. Das alte SSV-Logo mit dem Stadtwappen wirkte altbacken, jetzt kommen die Sportler mit Piktogrammen ihrer elf Abteilungen frischer daher. Nach innen setzt der Verein konsequent auf Transparenz und mehr Beteiligung: Modernes Management hat Einzug gehalten, samt eines Wirtschaftsplanes bis zum Jahr 2020.

Nicht nur ans nächste Spiel denken

Hatten die Abteilungsleiter in der Vergangenheit nur eine beratende Funktion, so sind sie inzwischen als Teil des Gesamtvorstandes in alle Entscheidungen eingebunden. Ausführendes Organ dieser Entscheidungen ist der geschäftsführende Vorstand: In der Mitgliederversammlung wurde Thomas Alberts jetzt zum neuen Vorsitzenden gewählt. Unterstützt wird er von Waltraud Kotthoff, Ralf Schleifstein, Martin Kettler und Manfred Breider. Es gibt keine festen Ressorts mehr, dafür werden Aufgaben passgenauer nach Fähigkeiten erledigt. Dieses neue Vorstands-System hat sich bewährt, sagt Martin Kettler (selbst Volleyballer): „Man ist näher dran an den Entscheidungen. Die Abteilungsleiter fühlen sich mehr dem Gesamtverein verantwortlich. Und wer sich verantwortlich fühlt, liefert bessere Ergebnisse ab.“ Manfred Breider betont: „Die Macher des Vereins müssen auch mitreden.“

Seit 2010 erwirtschaftet der SSV inzwischen Überschüsse: „Das zeigt die Verlässlichkeit unserer Strukturen“, sagt Manfred Breider. 60 000 Euro sind jetzt genehmigt worden, um das Sportheim am Dünnefeld zu sanieren. 160 000 Euro hat der Verein 2014 bereits als Eigenanteil in den neuen Kunstrasenplatz investiert: 110 000 Euro davon sind bis zum Jahr 2020 kreditfinanziert.

Probleme bereitet gerade nur die Judo-Abteilung. Deren Vorstandsposten ist vakant, weil ein Abteilungsleiter fehlt. Um Nachfolgeregelungen müsse sich deshalb früher gekümmert werden, sagt Martin Kettler: „Die anderen Abteilungsleiter sind schon aufgefordert worden, auch über die eigene Amtsdauer hinauszudenken – und sich nicht nur um das nächste Spiel am Wochenende zu kümmern.“

Übertriebene Ausstattung

Im Verein läuft eine Bestandsaufnahme, was es eigentlich an Angeboten für Ältere gibt. Darin sieht der geschäftsführende Vorstand Wachstumspotenziale. „Die Senioren sind viel zu unbeweglich“, meint Manfred Breider. Eine eigene Seniorenabteilung ist nicht in der Planung: „Es ist nicht richtig, alte Leute immer separieren zu wollen. Es ist besser, dass sie mittendrin in den Abteilungen bleiben.“

Einsparpotenziale sieht der Vorstand in den Kosten für übertriebene Ausstattungen – warum müsste jede Mescheder Turnhalle mit drei Barren ausgestattet sein, obwohl doch niemand mehr die Barren nutze? In der Turnhalle am Dünnefeld gebe es einen Kraftraum, der nicht genutzt werde, auf dem großen Dünnefeld-Sportplatz eine Hindernisstrecke mitsamt Wassergraben, über den noch niemand gesprungen sei.