Marcel-Callo-Haus soll erweitert werden

Das Marcel-Callo-Haus in Meschede soll erweitert werden. Von links: Christian Lehmann (Vorsitzender Heimbeirat), Leiter Stephan Köhler und Caritas-Vorstand Ferdi Lenze
Das Marcel-Callo-Haus in Meschede soll erweitert werden. Von links: Christian Lehmann (Vorsitzender Heimbeirat), Leiter Stephan Köhler und Caritas-Vorstand Ferdi Lenze
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wohnraum für mehr Menschen mit Behinderung entsteht nicht – die bestehenden Räume werden zu Einzelzimmern umgebaut

Meschede..  Für 1,1 Millionen Euro kann das Marcel-Callo-Haus jetzt zur Straße Unterm Hagen hin erweitert werden. Dafür ist ein nebenan liegendes, leer stehendes Wohnhaus abgerissen worden – in ihm sollen zuletzt nur noch Fledermäuse gelebt haben. Derzeit laufen die Ausschreibungen, Baubeginn soll vor Ostern sein, die Fertigstellung dann im Frühjahr 2016.

Die Caritas als Träger der Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung hat nun auch den letzten dafür nötigen Bewilligungsbescheid von der Stiftung Wohlfahrtspflege erhalten. Geldgeber für den Anbau sind auch der Landschaftsverband und die Wohnbauförderung des Hochsauerlandkreises. Die Caritas steuert Eigenmittel bei. 440 Quadratmeter werden durch den Anbau neu geschaffen.

Kein zusätzlicher Wohnraum

Erforderlich wird er durch die Auflagen des Wohn- und Teilhabegesetzes in NRW, in Pflegeeinrichtungen die Zahl der Doppelzimmer abzubauen. Künftig gibt es im Marcel-Callo-Haus nur noch Einzelzimmer: „Das ist wichtig, damit unsere Bewohner eigene Räume haben, in die sie sich zurückziehen können“, sagt Einrichtungsleiter Stephan Köhler. Zusätzlicher neuer Wohnraum für weitere Menschen mit Behinderungen entsteht im Callo-Haus durch den Anbau allerdings nicht. Und das obwohl die Einrichtung seit mehreren Jahren lange Wartelisten führt: 30 Menschen stehen aktuell darauf, die kurz- oder mittelfristig gerne einziehen würden. „Wir stehen vor großen Schwierigkeiten“, sagt Caritas-Vorstand Ferdi Lenze. Denn der Landschaftsverband fördert keine neuen stationären Plätze.

Hinzu komme, dass der Hochsauerlandkreis – geschichtlich bedingt durch die Einrichtungen von St. Georg im Schmallenberger Raum – statistisch gesehen eine Überversorgung mit stationären Plätzen habe. Lenze will demnächst Politiker einladen, um ihnen die Probleme zu erläutern.

Andere Wohnformen

Anstelle von stationären Plätzen will der Landschaftsverband die Schaffung anderer Wohnformen für Menschen mit Handicap forcieren, etwa durch Wohngemeinschaften. Auch die Caritas hat schon ambulant betreute Gruppen. Ein Patentrezept seien diese aber nicht, sagt Stephan Köhler: „Wir sehen das ja bei unserer Warteliste: Viele Behinderte haben einfach einen hohen Hilfebedarf. Das ist in Wohngemeinschaften nicht zu bewältigen.“ Hinzu kommt wieder ein finanzielles Problem. Denn bei Außenwohngruppen bekommt die Caritas nur Kosten für die ortsüblichen Mieten erstattet – aber so viel preiswerten Wohnraum, der auch noch geeignet ist für Wohngemeinschaften, gibt es kaum.