Mann aus Schmallenberg hortet Kriegswaffen

In der Waffenkammer im Düsseldorfer Polizeipräsidium werden sichergestellte oder abgegebene Waffen gelagert bis sie vernichtet werden. Das wird auch mit den Waffen aus Schmallenberg geschehen.
In der Waffenkammer im Düsseldorfer Polizeipräsidium werden sichergestellte oder abgegebene Waffen gelagert bis sie vernichtet werden. Das wird auch mit den Waffen aus Schmallenberg geschehen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Teile eines Maschinengewehrs, Munition, Sprengstoff, Hakenkreuzfahnen und eine SS-Flagge haben Polizisten bei der Durchsuchung eines Hauses in Schmallenberg gefunden.

Bad Fredeburg..  Der Besitzer der Waffen wurde nun vor dem Amtsgericht in Bad Fredeburg zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie zu einer Geldbuße von 1000 Euro verurteilt. Auch Beamte des Staatsschutzes ermittelten in dem Fall.

Keine Verbindung zu Neonazis

In einem Haus in einem kleinen Schmallenberger Ortsteil lagerten mehrere Hakenkreuzfahnen, eine SS-Fahne, in Deutschland verbotene Silvester-Böller aus Osteuropa, Munition und ein Maschinengewehr. Das Gewehr selbst war zwar nicht funktionsfähig, einzelne Teile davon allerdings schon. Der Besitzer behauptet, das sei ihm nicht bewusst gewesen. Bei einer Durchsuchung beschlagnahmten Polizeibeamte die Waffen und den Sprengstoff.

Bei Funden dieser Art sind die Behörden grundsätzlich alarmiert. „Man ist da natürlich erst einmal hoch sensibilisiert, auch der Staatsschutz wurde eingeschaltet“, sagt Richter Ralf Fischer. „Aber es gab keine Erkenntnisse über eine Verbindung in die rechte Szene.“ Auch der Mann selbst habe beteuert, kein Neonazi zu sein, er sammle die Waffen und historischen Gegenstände lediglich. Der Besitz von Nazi-Relikten wie Hakenkreuzfahnen und Ähnlichem ist nicht verboten, so lange der Besitzer sie nicht öffentlich präsentiert.

Urteil in Abwesenheit

Der Schmallenberger wurde aber wegen unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt. Vor dem Amtsgericht in Bad Fredeburg hätte sich der 48-Jährige nun verantworten müssen – der Platz neben seinem Anwalt blieb allerdings leer. „Er ist nicht erschienen, weil er sich in der Uhrzeit vertan hat“, sagt Richter Ralf Fischer. Ein Urteil erging trotz Abwesenheit des Angeklagten. Der Mann wurde wegen Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz sowie das Sprengstoffgesetz zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt – diese setzte Fischer zur Bewährung aus.

Zudem muss der Angeklagte insgesamt 1000 Euro Geldbuße an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Die beschlagnahmten Waffen lagern momentan noch in der Aservatenkammer der Staatsanwaltschaft, sie werden nun eingezogen und vernichtet.