Malteser richten Haus Dortmund für fast 140 Asylbewerber ein

Ehrenamtliche Kräfte der Malteser räumen schon einmal die Kleiderkammer ein. Sie bitten darum, die Kleidung möglichst nach Größen und Herren, Damen und Kinderkleidung zu sortieren. Das erleichtert die Arbeit.
Ehrenamtliche Kräfte der Malteser räumen schon einmal die Kleiderkammer ein. Sie bitten darum, die Kleidung möglichst nach Größen und Herren, Damen und Kinderkleidung zu sortieren. Das erleichtert die Arbeit.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Haus Dortmund in Meschede wird ab Donnerstag Unterkunft für bis zu 140 Asylbewerber. Vorrangig geht es darum, die Erstaufnahmelager zu entlasten.

Meschede.. Donnerstag werden jetzt die ersten Flüchtlinge im Haus Dortmund erwartet. Die ehemalige Jugendherberge wird Flüchtlingsunterkunft - zwischen Erstaufnahme in Bielefeld oder Dortmund und der Weiterleitung an die Kommunen. Betreiber sind die Malteser. Maximal 140 Männer, Frauen und Kinder werden dort in Vier- bis Zwölf-Bettzimmern untergebracht. „Hier geht es vorrangig darum, Obdachlosigkeit zu vermeiden, weil die Erstaufnahmelager überfüllt sind“, erläutert Kai Jatzenko, der Leiter der Migrationshilfe der Malteserwerke NRW und Einrichtungsleiter in Wickede-Wimbern. Er fungiert als Bindeglied zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen.

Haus wird auf Vordermann gebracht

Ehrenamtliche Helfer der Malteser aus der ganzen Diözese Paderborn sind schon dabei, das Haus auf Vordermann zu bringen. „Anderthalb Jahre stand es leer“, sagt Christian Schlichter, Pressesprecher der Malteser. „Da ist manches zu tun.“ Ursprünglich hatten schon am Montag die ersten Flüchtlinge einziehen sollen, doch die Ankunft hatte sich verzögert. „An uns lag es nicht“, betont Schlichter. „Wir wären heute um 14 Uhr fertiggewesen.“

Related content In der Kleiderkammer werden T-Shirts, Hosen und Pullover in allen Größen einsortiert. Und in der Zentrale überlegen Mitarbeiter, wo man Lagerräume einrichtet, und wie viele Menschen man auf welche Zimmer verteilen kann.

Ein neuer Heizkessel ist nötig

In der Küche sind Wärmebehälter bereits angeschlossen, in denen das Essen aufgewärmt wird, das ein Caterer aus Wuppertal liefern soll. Und auf den Fluren und in den Zimmern sind die Böden noch frisch gewischt.

„Ein neuer Heizkessel wird zurzeit installiert, da der alte undicht war“, erläutert Schlichter. Bezahlt wird das erstmal vom Land. Was und wie sich das Land das Geld vom Eigentümer wiederhole, sei nicht Sache der Malteser, so Schlichter. Und bis die Wasserleitungen abschließend überprüft sind, heißt es vorerst: Kein Wasser aus den Leitungen trinken!

Start mit ehrenamtlichen Kräften

Den Betrieb starten die Malteser am Donnerstag erstmal mit eigenen ehrenamtlichen Kräften, erläutert Andreas Bierod, Diözesangeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes in der Erzdiözese Paderborn. Anschließend werde man rund 31 hauptamtliche Kräfte einstellen. Gesucht werden Reinigungskräfte, Personal für die Haustechnik, für die Küche, die Kantine und die Betreuung. Schlichter: „Da brauchen wir Menschen mit pädagogischer Qualifikation und Fremdsprachenkenntnissen vorrangig in Arabisch, Albanisch und Serbo-Kroatisch, gern auch Männer und Frauen, die selbst einen Migrations-Hintergrund haben.

Flüchtlinge Die weite Entfernung bis zur Stadt versucht Bierod über den BusAnschluss zu regeln. Da wolle er in Kürze Gespräche mit den Busunternehmen führen, damit die Bushaltestelle wieder angefahren wird. Wie Flüchtlinge, das dann bezahlen, sei noch nicht geklärt. „Die Flüchtlinge erhalten neben der Vollversorgung 30 Euro pro Woche Taschengeld. „Zur Not muss das Fahrgeld davon bezahlt werden.“

Bis April 2016 betreiben die Malteser das Haus jetzt erstmal als Flüchtlingsunterkunft. Im Anschluss, so Bierod, werde die Aufgabe - so sich die Situation nicht ändert - offiziell ausgeschrieben.“