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Löschwasser aus dem „Feuerkump“

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Schmallenberg. Manch einer mag sich schon gefragt haben, woher der Straßenname Feuerkump stammt. Im vorigen Jahrhundert gab es in Schmallenberg mehrere Stadtteiche oder öffentliche Wasserbehälter, früher auch Feuerkümpe genannt, für die Bekämpfung von Bränden.

Dr. Cl. Dham (1785-1877) führt dazu nach dem Wiederaufbau der Stadt in den Jahren von 1823 –25 in der Chronica Schmallenbergensis II Folgendes aus: „Im Innern der Stadt liegt noch ein öffentlicher Wasserbehälter für Feuersgefahr. Noch ein paar andere werden bald angelegt und zur Ausführung kommen. Ein zweiter ist im Jahre 1845 vollendet, und zwar auf der Querstraße zwischen Ernstes (Hermes) und Köllers (Dornseifer) Haus in der Mittelstraße.“

Über einen dritten Wasserbehälter wird 1849 auf der Querstraße in der Nähe des heutigen Café König berichtet.

Spritzenhaus an der Mittelstraße

Auch der „Suerländer“ berichtet am 3. Juli 1930 über diese Wasserbehälter im Zusammenhang mit dem Abbruch des alten Spritzenhauses an der Mittelstraße, heute Wimereuxstraße. Hier heißt es unter anderem: „Neben den zahlreichen tiefen Brunnen sorgten sogenannte Feuerkümpe für Wasservorräte zum Feuerlöschen. Die Feuerlöschgerätschaften und später die Feuerspritze waren in diesem Spritzenhaus am Feuerkump an der Mittelstraße untergebracht.“

Mit dem Bau der neuen Wasserleitung im Jahre 1882 wurden die nunmehr überflüssigen öffentlichen Feuerkümpe abgebrochen, jedoch so, dass für die Stadt noch ein kleiner finanzieller Gewinn dabei heraussprang. So wurden zum Beispiel die Umfassungsmauern und die Türen des Wasserbehälters in der jetzigen Synagogenstraße meistbietend für 16,50 Mark verkauft.

Viehtrieb durch die Gassen

1733 bezeichnete man die Stelle bei Schulte-Cramers als Platz „bowen dem Kump“. Offensichtlich handelt es sich hier wohl um den ältesten „Feuerkump“ Er befand sich unmittelbar an der Gasse vom Zehnthofweg, früher „Am Friedhof“ zur Straße „Auf der Mauer“ zwischen den Häusern Schulte-Cramer und Richter, genannt Röbbers.

Diese Gasse wurde früher überwiegend als Weg zum Viehtrieb für die Kühe und Rinder der angrenzenden landwirtschaftlichen Betriebe genutzt und verlief von der Straße „Auf der Mauer“ bis zur Straße „Unterm Werth“. Auch von Pferden gezogene landwirtschaftliche Fahrzeuge wie Leiterwagen, Heuwagen und so weiter passierten diese historische Gasse regelmäßig.

Im Rahmen des „Historischen Stadtrundganges“ wurde im Jahre 1999 für die Gasse von der Straße „Auf der Mauer“ bis zur Straße „Unterm Werth“ vorbei am ehemaligen Schlachthaus Hippe, früher Goldschmidt, die Straßenbezeichnung „Zum Feuerkump“ eingeführt.

Auch das im Jahr 1994 neu errichtete Wohnhaus an dieser Gasse hinter dem alten „Röbbers Haus“ am Zehnthofweg 1 brauchte eine Straßenbezeichnung und steht nun „Zum Feuerkump“ .

Die Gasse wurde im Rahmen der Attraktivierung der südlichen Altstadt im Jahre 1996 umgestaltet und endgültig ausgebaut.

Helmut Voß

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Löschwasser aus dem „Feuerkump“
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2015-01-24 00:11
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