Literaturspaziergang über Rüthener Stadtmauerpromenade

Rüthen..  Die Christine-Koch-Gesellschaft und der Kulturring Rüthen laden für Samstag, 23. Mai, um 15 Uhr, auf einen Spaziergang über die Stadtmauerpromenade ein. Dabei gibt es an drei Haltestationen Poesievorträge beim idyllischen Blick auf die blühende Landschaft der historischen Wehranlage, die zu den besterhaltenen Stadtmauern in Westfalen zählt. Treffpunkt ist wie in allen vorangegangenen Jahren am „Hexenturm“ vor dem Denkmal für Friedrich Spee von Langenfeld. Friedrich Spee, der erste große Dichter des Barock, war schon berühmt durch seinen Gedichtzyklus „Trutznachtigall“, als er 1632 die Schrift „Cautio Criminalis“ gegen die Verbrechen des Hexenwahns verfaßte.

Gedichte zum Frühjahr

Er läutete damit das Ende der Verfolgungen tausender unschuldig denunzierter, gefolterter und hingerichteter Verdächtigen ein, von denen die meisten Frauen waren. Nach einer Einführung am „Hexenturm“ durch den bekannten Literaturprofessor Wilhelm Gössmann geht der Poesie-Spaziergang mit Gedichten zum Frühjahr über die schöne Stadtmauerpromenade. Am späteren Nachmittag, um 16.30 Uhr, lädt Prof. Dr. Wilhelm Gössmann alle Literaturfreunde nach Rüthen – Langenstraße in sein bäuerliches Geburtshaus ein, auf den für Kulturveranstaltungen sehenswert ausgebauten Dachboden. Mit dem Titel „Resonanzen“ gab Dr. Monika Salmen jetzt ausgewählte Aufsätze über und von Gössmann heraus. Aus diesem Anlass soll der Nachmittag einen Ausblick auf das Lebenswerk des 88-jährigen Literaten werfen. Dazu stellte Monika Salmen solche Beiträge zusammen, die „Resonanz“ auf wichtige, vor allem auch Gössmann selbst wichtige Impulse geben. Eine besondere Herzensangelegenheit etwa sind ihm die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und der Literat Heinrich Heine geworden. Durch seine ländliche Herkunft von der Haar gilt Gössmanns Interesse auch den Veränderungen auf dem Lande. Die Beachtung der ländlichen Kultur ist ihm immer ein Anliegen geblieben. Und so kommt es ihm auch darauf an, Literatur unabhängig von den Orten auf dem Lande genauso wie in den Vortragssälen von Großstädten zu vermitteln.