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40 JAHRE BEI DER VHS

Literatur ist für sie Leidenschaft und Leben

27.12.2012 | 13:00 Uhr
Literatur ist für sie Leidenschaft und Leben
Die Literaturgruppe um Dr. Erika RichterFoto: Frederik Mügge

Meschede. Literatur ist ihre Leidenschaft. Ein Teil ihres Lebens. Im Bücherregal an der Wand reihen sich die Werke aneinander. Dr. Erika Richter sitzt davor, auf einem kleinen Sessel. „Ganz genau weiß ich das nicht mehr. Ich nehme an, die Volkshochschule suchte damals jemanden“, beginnt sie das Gespräch in ihrem Wohnzimmer. 40 Jahre ist es her. 1972, da startete der VHS-Literaturkurs und Dr. Erika Richter wurde die Dozentin. Noch heute leitet sie die Runde. Während jedes VHS-Halbjahres. Im Kreishaus. Alle zwei Wochen donnerstags. 18 Uhr. „Wir sind da ganz konservativ, aber nur was die Zeit angeht“, sagt sie und lacht.

Erika Richter ist 81 Jahre alt. Sie sagt dazu: „Die ganze Volkshochschule-Arbeit ist das, was mich munter hält.“ Sie war Lehrerin am Gymnasium der Stadt Meschede. Deutsch und Geschichte hat sie unterrichtet, vorher studiert in Köln und Freiburg. Die Bücher, die ihre Schüler lesen mussten, gab der Lehrplan vor.

Dr. Richter greift nach einem Zettel auf dem Tisch vor dem kleinen Sessel, faltet das Papier auseinander. Eine Liste aller Kurse, die sie je an der Volkshochschule gegeben hat. Jedes Halbjahr ein neues Thema: Frauengestalten in der Weltliteratur, neue russische Literatur, Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Haus- und Kunstmärchen, niederländische Gegenwartsliteratur... Fast 80 Kurse.

„Die Themen wiederholen sich nicht“, erklärt sie und blickt auf das Stück Papier. Dafür einige ihrer Teilnehmer. Die kommen schon seit Jahren zu den Literaturgesprächen. Meistens sind es Frauen, gelegentlich Männer. „Ich glaube, belletristische Literatur ist für Männer nicht so reizvoll“, sagt Richter und lacht.

Etwa 20 Frauen kommen zu den Abenden im Kreishaus. Ihr Alter: zwischen 45 und 70 Jahren. „Wir würden uns freuen, wenn mehr jüngere dazukämen.“

„Wir“. Das ist ein Wort, das die frühere Lehrerin oft benutzt. Der Literaturkreis ist ein Wir-Projekt. Alle Teilnehmerinnen gestalten ihn mit. Sie suchen gemeinsam die Bücher aus, die sie lesen wollen. Da wird demokratisch abgestimmt. Aktueller Sieger: Theodor Fontane.

Warum sie sich schon so lange für den Literaturkreis engagiert? „Es macht mir Freude, weil die Frauen so treu sind. Sie kommen immer wieder und haben neue Wünsche“, sagt Dr. Richter und schmunzelt: „Ich bekomme Hausaufgaben von den Damen gestellt.“ Bei fast jedem Treffen spricht die Gruppe über ein neues Buch. Alle zwei Wochen ein Band. „Das ist schon eine ganze Menge.“ In Sachen Literatur ist Dr. Erika Richter nicht nur in Meschede unterwegs. Die 81-Jährige gibt auch noch Literaturkurse im Bildungszentrum Sorpesee in Langscheid.

Ihr Lieblingsautor? „Das kann ich gar nicht sagen. Das wechselt. Vielleicht Hugo von Hofmannsthal“, sagt die Meschederin. Und lächelt.

Von Pirkko Gohlke


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