Letzte Chance auf Süßigkeiten

„L üttke Lüttke-Fastnacht...“, sangen wir früher und zogen in der Nachbarschaft von Tür zu Tür. Die „Spiete“ wurden gebraucht, um Zuckerbrezel, Kringel oder Süßigkeiten (mit Bändern versehen) aufzunehmen. Das Spietsingen in Geschäften wurde nicht gerne gesehen und war die Ausnahme. Mittags um 12 Uhr, wenn es läutete, war der Spaß vorbei. Wir gingen heim, um unsere Leckereien abzulegen und in den Tagen bis Aschermittwoch zu verbrauchen. In der Fastenzeit wurde nämlich konsequent auf jegliche Süßigkeit verzichtet.

Der Text des Fastnachtliedes verweist auf die Hausschlachtungen, die ja früher im Sauerland üblich waren. Leider hört man heute das alte Lüttke-Fastnachtlied nur noch selten und die Spiete sind längst durch Plastiktüten ersetzt worden. Vielleicht gibt es ja noch Kinder die das alte Fastnachtlied singen möchten. Es geht so:

„Lüttke, Lüttke Fastenacht, ich hab gehört, ihr hätt’ geschlacht, ihr hätt’ so ne fette Wurst gemacht. Gib mir eine, gib mir eine, aber nicht so’ ne ganze kleine. Lasst das Messer sinken, bis mitten in den Schinken, lasst das Messer gleiten, bis mitten in die (Speck) Seiten. Lasst mich nicht so lange steh’n, ich muss noch ein Häuschen weiter geh’n.“


Mechthild Leskau
aus Meschede