„Lenne-Philharmonie“ am Start

Das Streicherensemble der Musikschule Hochsauerlandkreis bei der Eröffnung des Musikbildungszentrums Südwestfalen mit Solistin Chiara Hilborne-Clarke (Violine) im Vordergrund. Foto: Volker Hartmann
Das Streicherensemble der Musikschule Hochsauerlandkreis bei der Eröffnung des Musikbildungszentrums Südwestfalen mit Solistin Chiara Hilborne-Clarke (Violine) im Vordergrund. Foto: Volker Hartmann
Was wir bereits wissen
Viel Lob für neues Musikbildungszentrum bei der Eröffnung

Bad Fredeburg..  Das neue Musikbildungszentrum Südwestfalen hat bei der Eröffnung gleich seinen Spitznamen erhalten. Als „Lenne-Philharmonie“ bezeichnete NRW-Städtebauminister Michael Groschek die Akademie und als „Edelstein in der Krone der Regionale“. Damit spielte der Minister darauf an, dass das Musikbildungszentrum für 1 Promille der Kosten der Elbphilharmonie gebaut wurde. „Die musikalische Bedeutung wird aber für die Region genauso wichtig sein. Wir brauchen mehr Lenne-Philharmonien und weniger Elbphilharmonien.“

Groschek lobte in Bad Fredeburg das ehrenamtliche und kirchturmübergreifende Engagement im ländlichen Raum, dem er das „Freiwillige-Feuerwehr-Gen“ attestierte. „Halten Sie zusammen und gestalten Sie zusammen, das ist ein Gewinn für unser Land. Die Fixierung auf die Ballungsräume alleine wird nicht ausreichen, NRW nach vorne zu bringen.“

Landrat Dr. Karl Schneider und Schmallenbergs Bürgermeister Bernhard Halbe hörten das nicht ungerne, kommt doch nicht nur Gutes aus Düsseldorf, wie Halbe mit Blick auf die jüngsten Pläne, „unsere Wälder als stilllegbare Flächen auszuweisen“ anmerkte.

„Wir müssen mit den Erkenntnissen weitermachen, die Potenziale der Region zusammenzuführen und weiterhin auch nach außen zu tragen“, beschrieb Landrat Schneider die Lehren aus dem Projekt Musikbildungszentrum. Hier finden Musiker aus allen Städten und Kreisen Südwestfalens eine Heimat. „Am Beispiel dieses Gebäudes zeigt sich doch: Regionale-Projekte verfolgen ein klares Ziel, sie geben Antworten auf die großen Zukunfts-Herausforderungen in unserer Region, und ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Musikbildungszentrum alle Voraussetzungen erfüllt, um zu den führenden Einrichtungen bundesweit aufzusteigen.“

Betrieb trägt sich selber

Bürgermeister Halbe betonte, dass mit dem Musikbildungszentrum nun ein Anziehungspunkt für das Musizieren geschaffen sei, „der in seiner Qualität bisher nicht dagewesen ist.“ Mit 15 000 Übernachtungen pro Jahr trägt sich der Betrieb selber. Und damit nicht genug. Halbe: „Das Musikbildungszentrum wird auch Wirtschaftskraft nach Bad Fredeburg bringen. Es kann sich bundesweit unter den Top Ten dieser Einrichtungen platzieren.“

Manchmal geht aber auch Gutes nach Düsseldorf. Das bewies das Streicherensemble der Musikschule Hochsauerlandkreis mit Vivaldis „Der Sommer“. Violin-Solistin Chiara Hilborne-Clarke ist Mitglied im Landesjugendorchester NRW.

Georg Scheuerlein, HSK-Kulturamtsleiter, Dirigent des Ensembles und einer der Väter des Musikbildungszentrums. „Herr Minister, auch aus dem Sauerland kommen junge Talente bis nach Düsseldorf.“

Eigens zur Eröffnung sang nicht nur das Fleckenberger Sound-Projekt, es erklang auch die Uraufführung einer Auftragskomposition von Martin Pohl-Hesse für diesen Anlass.

Die „Klangräume“ für Celesta, Cembalo, Harfe, Klavier und Orgel symbolisieren mit dem harmonischen Zusammenspiel von fünf Instrumenten die fünf Landkreise Südwestfalens.

www.mbz-suedwestfalen.de