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Lehrer in Meschede darf nach Kuss für Schülerin weiter unterrichten

18.07.2013 | 15:00 Uhr
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Lehrer in Meschede darf nach Kuss für Schülerin weiter unterrichten
Nach dem Eil- lautete auch im Haupt-Verfahren das Urteil des Gerichts: Der Lehrer darf weiter unterrichten.Foto: dpa

Meschede.   Nachdem ein Lehrer am Städtischen Gymnasium in Meschede eine Schülern umarmte und auf beide Wangen küsste, wurde er von der Bezirksregierung in Arnsberg mit einem Unterrichtsverbot belegt. Vor dem Verwaltungsgericht wehrte sich der Lehrer nun: Der Mann darf weiter unterrichten - allerdings an einer anderen Schule.

Mit Erfolg hat sich ein Lehrer, der am Städtischen Gymnasium in Meschede eine Schülerin geküsst hatte, vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg gewehrt: Der Mann darf weiter unterrichten.

Zwar bestätigte das Gericht auch im Hauptsache-Verfahren, was es bereits in einem Eilverfahren empfunden hatte: Der Lehrer habe sich „erheblich fehlverhalten“, so Pressedezernent Klaus Buter. Der Religions- und Philosophielehrer hatte im September 2012 in einer Mittagspause eine 16 Jahre alte Schülerin in der Mensa des Gymnasiums, vor einer Vielzahl von Zeugen, plötzlich umarmt und auf beide Wangen geküsst. Dazu sagte er: „Jetzt ist dein Leben weniger langweilig.“

Lehr-Verbot der Bezirksregierung war "unverhältnismäßig"

Die Bezirksregierung in Arnsberg hatte den Lehrer nach diesem Vorfall sofort die Führung der Dienstgeschäfte verboten – dieses allerdings, urteilte jetzt das Gericht, sei unverhältnismäßig gewesen. Die Bezirksregierung hatte geltend gemacht, der Mann habe sich wegen eines fehlenden Unrechtsbewusstseins als charakterlich ungeeignet erwiesen, seine Lehrer-Tätigkeit fortsetzen zu dürfen.

Er habe sich zum Beispiel nicht unmittelbar entschuldigt. Dies allerdings sah das Gericht als „nicht überzeugend“ an, so Buter: Der Mann habe sich schließlich kurz danach bei der Mutter der Schülerin glaubhaft entschuldigt, als diese ihm klar gemacht habe, was er angerichtet habe. In einem Dienstgespräch bei der Bezirksregierung hatte der Mann erklärt, zum Zeitpunkt des Vorfalls habe er das Gefühl gehabt, richtig zu handeln. Eine Wiederholungsgefahr schloss das Gericht aus.

An ein Weiterbildungskolleg versetzt

Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Der Mann unterrichtet inzwischen wieder, allerdings nicht mehr am Städtischen Gymnasium. Er ist an ein Weiterbildungskolleg versetzt worden. Wegen der gerichtlichen Auseinandersetzung ruhte vorerst ein Disziplinarverfahren, das die Bezirksregierung gegen den Lehrer anstrebte. Dieses läuft inzwischen, wie Dr. Christian Chmel-Melgers, Sprecher der Bezirksregierung, auf Anfrage mitteilt. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichtes kommt als Bestrafung allerdings maximal eine Gehaltskürzung in Betracht – niedrigschwelliger wären auch ein Verweis oder eine Geldbuße. Die Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Chmel-Melgers rechtfertigt das strikte Durchgreifen im Fall des Lehrers: „Wenn Hinweise in der Welt sind, dass sich ein Lehrer anzüglich verhält, dann müssen wir reagieren.“ Die Entscheidung, den Lehrer sofort zu beurlauben, sei deshalb „ein angemessener Schritt gewesen, um vor Ort erst einmal Ruhe herzustellen.“

„Mit anderer Klientel konfrontiert“

Die Entscheidung, ihn an in Weiterbildungskolleg zu versetzen, sei deshalb auch folgerichtig: „Es ist besser, wenn dieser Lehrer mit einem anderen Klientel konfrontiert wird.“ Wie auch immer die Bezirksregierung entscheidet: Dagegen könnte sich der Lehrer erneut wehren – in diesem Fall nicht mehr in Arnsberg, sondern vor dem Verwaltungsgericht in Münster. Das überprüft zentral disziplinarische Schritte gegen Landesbeamte.

Jürgen Kortmann

Kommentare
18.07.2013
17:46
Lehrer in Meschede darf nach Kuss für Schülerin weiter unterrichten
von Danzel | #4

naja ein kuss auf die wange ist doch in der türkei zur begrüßung an der tages ordnung.

natürlich sollte ein lehrer so etwas unterlassen, allerdings gibt es durch aus schlimmere sachen.

und naja da die einsicht, sowie reue vorhanden war sind die vorherigen strafen recht hart und im angesicht zu denen ist er jetzt "glimpflich" weggekommen.

trotzdem sollte man sich überlegen wie man bei soetwas in zukunft vorgeht.

18.07.2013
17:36
...
von sebas | #3

an #1:

a) Woher wollen Sie denn wissen, dass es kein muslimisches Mädchen war?
b) Bei all diesen Sanktionen gegen den lehrer kann ich überhaupt nicht finden, dass der Lehrer "Glück" gehabt hat.


Mir liegen keine Detail-Infos vor, jedoch vermute ich aufgrund der Öffentlichkeit der "Tat", dass der Lehrer keine "Geiler-Bock-"Motive hatte.

Aussagen darüber, ob es sich um einen (aus meiner Sicht) guten oder schlechten Lehrer handelt, sind auch gar nicht möglich.

Noch einmal wird er sich kaum zu einer solchen Spontan-reaktion (?) hinreißen lassen.

Während meiner Schullaufbahn (70er und 80er-Jahre) habe ich (aus meiner Sicht) "schlimmere" Lehrer-Aktionen gegen Schüler erlebt - und die wurden (vergleichsweise) sehr mild oder auch gar nicht geahndet.

1 Antwort
Lehrer in Meschede darf nach Kuss für Schülerin weiter unterrichten
von spindoctor | #3-1

Er lebt noch - der Lehrer, und das Mädchen auch.

So ein Lehrer-Verhalten, das geht nicht, das geht nicht - never ever.

18.07.2013
17:18
Lehrer in Meschede darf nach Kuss für Schülerin weiter unterrichten
von Autobahnraser | #2

Mich würd mal interessieren, was für einen Grund der Lehrer gehabt hat, das Mädchen zu küssen...

18.07.2013
17:01
Lehrer in Meschede darf nach Kuss für Schülerin weiter unterrichten
von spindoctor | #1

Da hat der Lehrer aber Glück gehabt, dass es kein muslimisches Mädchen war.
Oder?

1 Antwort
Lehrer in Meschede darf nach Kuss für Schülerin weiter unterrichten
von Stadewaeldchen | #1-1

Da haben Sie aber Glück gehabt daß Sie irgendiwe doch noch das Wort "muslimisch" unterbringen konnten. ;)

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