Lawinenunglück hautnah miterlebt
16.02.2010 | 12:00 Uhr 2010-02-16T12:00:00+0100
Grafschaft. (sos) Zu einem Winterrettungslehrgang ist die Bergwacht Sauerland, Abschnitt Meschede und Winterberg, im Kleinwalsertal unterwegs gewesen.
Wie schnell aus einer Übung Ernst werden kann, haben die Schmallenberger, Mescheder und Winterberger dabei am eigenen Leib erlebt.
Skiunfälle, thermische Notfälle und Verschüttetenrettung - eine Woche lang stand für sieben junge Männer der Umgang mit allen möglichen Schneeunfällen auf dem Programm. Was als Übung gedacht war, führte den Sauerländern schnell die Relevanz ihrer Ausbildung vor Augen: Während des Lehrgangs lösten sich insgesamt fünf Lawinen, die fünf tote Ski- und Snowboardfahrer unter sich begruben.
„Auf einmal waren 60 Mann der österreichischen Bergwacht im Einsatz und wir standen auf Abruf bereit”, erzählt der Grafschafter Bergwachtler Tobias Lutter. „Da haben wir gemerkt, wie schnell aus einer Übung Ernst werden kann.” Und das ist nach Aussage von Meschedes DRK-Bergwachtleiter Markus Hennecke keine Seltenheit: „Der Lehrgang findet alle zwei Jahre statt und bisher waren unsere Teilnehmer jedes Mal im Lawinengebiet im Einsatz oder zumindest kurz davor.”
Bis zum aktiven Einsatz ist es für die Teilnehmer nicht gekommen, aber der Lehrgang wird den Sauerländern dennoch deutlich in Erinnerung bleiben: „Wir sind die ganze Zeit fast nur abseits der Pisten gefahren, weil die Rettungen oftmals auf den schwarzen Pisten stattfinden”, sagt Lutter. „Das war wirklich extrem, im Skiurlaub würde ich da niemals 'runterfahren!”
Insgesamt stuft der Rettungsassistent den Lehrgang als sehr sinnvoll ein, auch wenn Lawinen im Sauerland nicht zu befürchten sind. „Es war anstrengend, aber wir haben viel gelernt”, so Lutter. „Vor allem die Übungen zur thermischen Rettung waren auch für uns sehr nützlich.”
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