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Lachen auf dem Friedhof? Genehmigung in Meschede liegt vor

13.11.2012 | 08:00 Uhr
Lachen auf dem Friedhof? Genehmigung in Meschede liegt vor
Jürgen Alliger, Vorsitzender des werkkreis kultur meschede, vor der Friedhofskapelle auf dem Nordfriedhof Meschede. Hier tritt am Sonntag Rainer Pause auf.Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.  Ein Kulturprogramm an außergewöhnlicher Stelle – auf dem Friedhof: Der „werkkreis kultur meschede“ richtet am Volkstrauertag, 18. November, einen Kabarett-Nachmittag in der Kapelle des Nordfriedhofs aus. Zu Gast ist der bekannte Kölner Schauspieler und Intendant des Bonner Pantheon-Theaters, Rainer Pause. Er führt in Meschede sein Soloprogramm „Das letzte Gericht“ auf.

Ein Kulturprogramm an außergewöhnlicher Stelle – auf dem Friedhof: Der „werkkreis kultur meschede“ richtet am Volkstrauertag, 18. November, einen Kabarett-Nachmittag in der Kapelle des Nordfriedhofs aus. Zu Gast ist der bekannte Kölner Schauspieler und Intendant des Bonner Pantheon-Theaters, Rainer Pause. Er führt in Meschede sein Soloprogramm „Das letzte Gericht“ auf: Da, wo andere ins Gras beißen, hört er dasselbe wachsen, heißt es in der Ankündigung. Das Publikum spielt quasi die Rolle der Trauergemeinde. Jürgen Alliger, Vorsitzender des wkm, schildert im Interview, warum er sich sicher ist, dass die Gratwanderung mit diesem speziellen Kabarett an einem besonderen Ort gelingt.

Darf man in einer Friedhofskapelle lachen? Und dann auch noch am Volkstrauertag?

Jürgen Alliger: Man darf. Früher gab es auf jedem Kirchhof auch die Kirmes. Die Menschen waren tagtäglich mit diesem Thema konfrontiert. Leben und Tod gehörten für die Menschen auch gefühlsmäßig zusammen. Nur unsere moderne Gesellschaft grenzt den Tod aus. In anderen Kulturen, in denen, so wie früher bei uns, der Tod im täglichen Leben präsent ist, werden die Menschen viel leichter mit Tod und Sterben fertig.

Mussten Sie sich das Lachen genehmigen lassen?

Jürgen Alliger: Es ist ja schon ein ungewöhnlicher Ort für eine Kulturveranstaltung. Ja, wir haben deshalb bei der Friedhofsverwaltung nachgefragt. Unsere ungewöhnliche Bitte ist auch bis zum Bürgermeister weitergegeben worden. Die Stadt hat dann zugestimmt. Das ist keine Comedy, die Rainer Pause macht. Er macht keine Schenkelklopfer. Das gleitet an keiner Stelle ab. Bei ihm bleibt einem schon mal das Lachen im Halse stecken.

Pietätsfragen bleiben gewahrt?

Jürgen Alliger: Ja. Natürlich liegt an diesem Tag nicht hinten ein Toter und vorne wird gelacht. Wir machen auch keine Abendkasse, damit an diesem Ort bewusst nicht mit Geld umgegangen wird.

Schwarz ist erwünscht, aber keine Pflicht

Was erwartet die „Trauergäste“?

Jürgen Alliger: Der gebürtige Mescheder Martin Stankowski und Rainer Pause haben dieses Programm entwickelt. Pause ist ungeheuer wandlungsfähig. Sein Motto hier lautet: „Unter der Erde liegt unsere Zukunft begraben.“ Pause philosophiert dabei als Bestatter über den Tod und das Sterben, auch zum Beispiel über die Todesstrafe in den USA.

Wie sind Sie miteinander in Kontakt gekommen?

Jürgen Alliger: Pause und Stankowski haben bereits 1996 ihr Stück „Tod im Rheinland“ in der Aula des Benediktiner-Gymnasiums aufgeführt. Wir haben damals schon versucht, in die Friedhofskapelle zu kommen. Die war seinerzeit aber viel häufiger belegt.

Müssen Besucher Trauerkleidung tragen?

Jürgen Alliger: Schwarz ist erwünscht, aber keine Pflicht: So, wie es inzwischen ja bei vielen Beerdigungen der Fall ist.

Jürgen Kortmann



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