Kurhaus-Umbau geplant

So stellt sich der Architekt das Kurhaus in Eslohe künftig vor – es ist der erste Entwurf für das Projekt.
So stellt sich der Architekt das Kurhaus in Eslohe künftig vor – es ist der erste Entwurf für das Projekt.
Foto: Ralf Schmidt
Was wir bereits wissen
27 Wohnungen sollen durch den Umbau und Anbau am Kurhaus Eslohe entstehen. Das sieht ein erster Projektentwurf vor. Ziel sind in erster Linie altersgerechte Wohnungen.

Eslohe..  Das Kurhaus in Eslohe soll einen neuen Anbau bekommen. Insgesamt 27 Wohnungen, alle barrierefrei, stünden Mietern in beiden Gebäuden dann zur Verfügung. Ein neues Treppenhaus samt Aufzug erleichtert den Zugang. So sieht es die erste Projektidee von Architekt Ralf Schmidt (Arpe) vor.

Virtuell nahm Schmidt in einer ersten Film-Animation die Esloher Politiker im Gemeinderat bereits mit auf einen Rundgang durch den um- und angebauten Komplex. Einige Details schweben ihm schon vor: Einen 80 bis 90 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss nennt er „OP“ – gedacht als Anlehnung an die alte Krankenhaus-Geschichte des Gebäudes, allerdings steht bei ihm die Abkürzung nicht für „Operationssaal“, sondern für „Offenes Plaudern“. Neun Wohnungen sind im Altbau vorgesehen, 14 in der Erweiterung – von 60 Quadratmeter Fläche an aufwärts bis zu über 100 Quadratmeter im Dachgeschoss. Das alte Gebäude soll entkernt werden, das Treppenhaus entsteht Richtung Esselbad, jede der Wohnungen im Neubau bekommt einen Balkon. Offene Gänge führen vom Treppenhaus aus zu den Wohnungen.

Für die Umwandlung ihres Kurhauses möchte die Gemeinde die Siedlungs- und Baugenossenschaft Meschede als Investor gewinnen. Grundsätzlich ist dort die Bereitschaft vorhanden, dennoch steht das Vorhaben ganz am Anfang, verdeutlichten die SBG-Vorstände Josef Lumme und Elmar Reuter. Zielgruppe für das Wohnen im Kurhaus, sagte Bürgermeister Stephan Kersting, sollen Senioren sein – mit gewisser Flexibilität: „Der Schwerpunkt sollte auf altersgerechtem Wohnen liegen, ohne zu starr zu werden.“ Deshalb sind auch einige Wohnungen für Jüngere vorstellbar.

Hohe Quote an Eigenheimbesitzern

Im Herbst soll eine Befragung im Gemeindegebiet beginnen, ob und wenn ja, welcher Bedarf besteht. Wenn alles gut läuft, könnte Mitte 2016 bei der Genossenschaft die Entscheidung fallen, ob sie die Investition wagt – oder nicht. Der Knackpunkt: Noch ist nicht einzuschätzen, ob es in Eslohe überhaupt einen entsprechenden Bedarf an Seniorenwohnungen gibt. „Wir haben bislang keine Erkenntnisse“, sagt Vorstand Elmar Reuter. Zuletzt war die SBG Mitte der 90er Jahre in Eslohe aktiv. Also muss eine Marktanalyse her. Mit 72 Prozent hat Eslohe eine überdurchschnittlich hohe Quote an Eigenheimbesitzern – finden sich aus ihren Reihen genügend, die sich flächenmäßig verkleinern und im Alter zur Miete wohnen möchten? Die Genossenschaft wirbt da mit ihrem Geschäftsmodell bzw. ihrer Philosophie: Mitglieder der SBG werden im genossenschaftlichen Wohnen zu Miteigentümern, die mitentscheiden und die dauerhaft hier wohnen bleiben. Das schafft lebenslang Sicherheit.

„Der Standort lässt weitere Entwicklungen zu“, sagt Elmar Reuter: Denkbar sind deshalb ein Altencafé oder ein Tagespflegebereich. Auch hier muss und soll aber zunächst das Gespräch mit möglichen Miet-Interessenten gesucht werden.