Kurhaus soll verkauft werden

Das Kurhaus Eslohe
Das Kurhaus Eslohe
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Die Gemeinde Eslohe will ihr Kurhaus verkaufen. Ziel ist es, dort Mietwohnungen insbesondere für altersgerechtes Wohnen anzubieten. Der Haupt- und Finanzausschuss ist von diesen Plänen angetan.

Eslohe..  Trennen will sich die Verwaltung von dem schmucken Gebäude in der Kupferstraße, weil darin inzwischen (spätestens aber ab Mai) größere Flächen ungenutzt sind. Die drei Fraktionen sehen diesen Schritt als Chance.

Erste Gespräche mit der Siedlungs- und Baugenossenschaft Meschede (SBG) hat es inzwischen gegeben. Denn sie, so stellt es sich die Gemeinde vor, soll das Kurhaus später übernehmen. Nach einer Vorstudie, die die Genossenschaft in Auftrag gegeben hat, ist ein „Wohnen für Generationen“ grundsätzlich denkbar.

Abriss kommt nicht in Frage

Dafür müsste das Kurhaus umgebaut werden. Ein Abriss ist sowohl aus Sicht der Verwaltung, als auch aus Sicht der Fraktionen ausgeschlossen. Bürgermeister Stephan Kersting: „Das Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, hat aber als ehemaliges Krankenhaus durchaus eine Geschichte.“ Daher solle der Charakter des Hauses auf jeden Fall erhalten bleiben. Denkbar ist aber ein Anbau an das bestehende Gebäude. Alt- und Neubau könnten dann mit einem gemeinsamen Treppenhaus verbunden werden. Entstehen sollen nach Vorstellung der Gemeinde 23 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 1600 Quadratmetern. Zudem sollen Gemeinschaftsflächen geschaffen werden, die auch anderen Nutzern zur Verfügung stehen - etwa einer Altentagesstätte.

Tierarztpraxis hat gekündigt

Die demographische Entwicklung sowie die zentrale Lage des Kurhauses in unmittelbarer Nähe zum Kurpark, zur Einkaufsstraße an der B 55, zum neuen Fachmarktzentrum aber auch zum Esselbad lasse ein solches Vorhaben attraktiv erscheinen, so Bürgermeister Kersting. Zudem eröffne die Nähe zum gemeindlichen Senioren- und Pflegeheim Störmanns Hof die Möglichkeit ergänzender Angebote.

Kersting betonte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, dass es sich lediglich „um den ersten Aufschlag“ handele. Im ersten Schritt muss in der kommenden Woche zunächst der Gemeinderat dem Vorhaben zustimmen. Nach dem positiven Tenor im Ausschuss ist davon auszugehen, dass das eine reine Formsache sein wird. Zustimmen müssen danach auch noch die entsprechenden Gremien der Siedlungs- und Baugenossenschaft. Erst danach wird es eine „Markterkundung“ geben, die Aufschluss darüber geben soll, ob sich ein solches Vorhaben am Ende auch tatsächlich rentiert.

Rund zwei Jahre, so schätzt die Genossenschaft, müssen für die Entscheidungsfindung sowie die Planungen angesetzt werden. Baubeginn wäre also frühestens im Sommer 2017.

Übergangslösung

Doch bereits vorher soll sich im Kurhaus etwas tun. Als kurzfristige bzw. vorübergehende Nutzung schwebt der Gemeinde vor, im zweiten Obergeschoss Wohnraum für Asylsuchende zu schaffen. „Die bestehenden Räumlichkeiten können mit verhältnismäßig geringem finanziellem Aufwand hergerichtet werden“, so Bürgermeister Stephan Kersting.

Im Haupt- und Finanzausschuss lobten alle drei Fraktionen die Gemeinde für ihre Kurhaus-Pläne. Zum einen könne so eine weitere Belastung des Haushaltes abgewendet werden und zum anderen sei es eine Chance, die drohende Flüchtlingsproblematik zu bewältigen, sagte CDU-Fraktionschef Dr. Rochus Franzen. Das Projekt „Wohnen für Generationen“ sei ein weiterer Pluspunkt für die Gemeinde. SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Frenzel sprach von einem „schlüssigen Konzept mit Charme“ - zumal sich die Gemeinde mit einem Verkauf des Kurhauses von zu erwartenden Sanierungskosten befreie.

Kritik der FDP

„Grundsätzlich gut“ findet auch die FDP die Pläne der Gemeinde. Wie Ratsmitglied Markus Schulte jedoch betonte, hätte sich seine Fraktion zusätzliche Vorschläge für alternative Nutzungsmöglichkeiten gewünscht. „Vielleicht gibt es andere Interessenten, die sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn der Verkauf des Kurhauses an die Genossenschaft die Runde macht“, so Schulte. Nach Vorstellung der FDP soll das Kurhaus auch auf dem freien Markt zum Kauf angeboten werden. Doch genau das wolle Gemeinde eben nicht, wie Bürgermeister Kersting betonte. So habe man als Kommune Einfluss auf das Projekt. Zudem sei der soziale Aspekt bei einer Genossenschaft deutlich stärker als bei einem privaten Träger. Und auch CDU-Fraktionschef Dr. Rochus Franzen hält vom Vorschlag der FDP nicht viel: „Wir können uns kein besseres Konzept für das Kurhaus vorstellen.“

Einig waren sich die drei Fraktionen aber darin, dass die Gruppen und Vereine, die das Kurhaus momentan nutzen, nicht im Stich gelassen werden dürfen und bei der Suche nach einem neuen Domizil unterstützt werden sollen. Zu den Nutzern zählen unter anderem die Rheumaliga des BC Eslohe, die Senioren der kfd, der Junge Chor und der Kirchenchor, der Schachclub sowie das Familienzentrum.