Kurhaus soll kein Zuschussbetrieb mehr sein

Das Kurhaus in Eslohe.
Das Kurhaus in Eslohe.
Foto: WP
Das Esloher Kurhaus soll langfristig für altersgerechtes Wohnen umgebaut werden. Mit den Stimmen von CDU und SPD beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, entsprechende Verhandlungen mit der Siedlungs- und Baugenossenschaft SBG in Meschede aufzunehmen. Die FDP im Rat enthielt sich ihrer Stimmen.

Eslohe..  Die Liberalen stören sich daran, dass im Beschluss schon ganz konkret von einer „Veräußerung“ des Kurhauses die Rede ist.

Grundsätzlich befürworten alle drei Fraktionen die Idee der Umwandlung des Kurhauses. Das Konzept sei „schlüssig und perspektivisch“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Rochus Franzen: Bislang fehle barrierefreier Wohnraum für Senioren in der Nähe des Ortskerns. Die Nähe zu Störmanns Hof sei ideal. Außerdem könnten in dem Gebäude weiterhin Räume für eine allgemeine Nutzung erhalten bleiben, etwa als Altentagesstätte oder als Bücherei.

Tourist-Info ins Rathaus verlegen

Spätestens ab Mai stehen, wenn weitere Mieter ausziehen, im Kurhaus ohnehin weitere Flächen leer, im Gebäude besteht ein Sanierungsstau – ein Verkauf würde am Ende auch den Esloher Haushalt entlasten. Das Kurhaus bleibe ansonsten ein Zuschussbetrieb, meinte SPD-Fraktionschef Volker Frenzel. Allein eine Sanierung der Feuchtigkeitsschäden im Erdgeschoss betrage 50 000 Euro.

Auch die FDP mag die Idee einer alternativen Nutzung des Kurhauses – „aber das muss erst mal konkretisiert werden“, so Fraktionsvorsitzender Thorsten Beuchel. Vor einer Veräußerung müssten Zahlen vorgelegt werden: Wie viel koste eine Sanierung tatsächlich? Nach den Ideen könnte außerdem die aktuell noch im Kurhaus untergebrachte Tourist-Info ins Rathaus umziehen. Auch dafür würden die Zahlen fehlen: „Da eiern wir herum.“ Er möchte eine Planung mit „ergebnisoffenem Ausgang“: Womöglich gebe es, so Beuchel, doch auch andere private Interessenten für das Kurhaus als die Siedlungs- und Baugenossenschaft – auch eine Nutzung als Bürogebäude sei denkbar.

Bürgermeister Stephan Kersting betonte, der endgültige Verkaufsbeschluss falle doch erst später, wenn tatsächlich alle Modalitäten mit der Siedlungs- und Baugenossenschaft geklärt seien. Er sieht das altersgerechte Wohnen als „exzellente Idee“ und eine Alternativnutzung deshalb als „nachrangig“. Voraussichtlich im Mai will die SBG ihre Vorstellungen im Gemeinderat präsentieren. Möglicher Baubeginn, bei einer Realisierung des Vorhabens, wäre frühestens im Sommer 2017.

Eine Wohnung für Flüchtlinge

Einig sind sich alle drei Fraktionen, die leerstehende Wohnung im zweiten Obergeschoss des Kurhauses vorübergehend zur Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen zu nutzen. Dafür soll bis zur nächsten Ratssitzung eine Kostenschätzung für die Herrichtung der Räume erstellt werden. Offen ist, wo in Eslohe womöglich weitere Flüchtlinge unterkommen sollen: Dafür komme laut Verwaltung auch das bisherige Feuerwehrhaus in Eslohe in Frage, das nach Fertigstellung des neuen Feuerwehrzentrums ja ab Sommer 2016 leer stehen werde.