Kulturschatz in neuem Glanz

Georg Sommer vom Kirchenvorstand (links) und Architekt Günter Müller testen die neuen Polster auf den Sitzbänken.
Georg Sommer vom Kirchenvorstand (links) und Architekt Günter Müller testen die neuen Polster auf den Sitzbänken.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine neue Lüftungsanlage soll die romanischen Malereien in der renovierten Pfarrkirche St. Cyriakus in Berghausen schützen.

Berghausen..  Die Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche St. Cyriakus in Berghausen sind so gut wie abgeschlossen – am Ostermontag feiert die Gemeinde dort ein Festhochamt. Vor rund einem Jahr hatten die Bauarbeiten begonnen – kurz vor Schluss kam es nun noch zu einer Verzögerung.

Luftfeuchtigkeit ist entscheidend

Die Restauratoren und der Architekt wollen in Berghausen eine Technik einsetzen, mit der das zuständige Erzbistum Paderborn bisher kaum Erfahrung hat. „Um die Malerei gut zu erhalten, wollten wir eine sensorgesteuerte Lüftungsanlage einbauen“, sagt Architekt Günter Müller.

Die Anlage soll die Luftfeuchtigkeit in der Kirche zwischen 50 und 70 Prozent halten. So können gleichzeitig Schimmelpilze, die es eher feucht mögen, und Salze, die ausblühen, wenn es sehr trocken ist, in Schach gehalten werden. Die Malereien aus dem 13. Jahrhundert wurden mit proteinhaltigen Farben aufgetragen, die zum Beispiel Eigelb oder Öl enthielten. Das bietet Schimmelpilzen einen Nährboden. Die Salze hingegen kommen aus dem Kalkputz auf den Wänden. Diese Kombination macht es den Restauratoren so schwierig, die Malereien auf Dauer gut zu erhalten.

Romanische Malerei

Dabei ist gerade das wichtig, die Abbildung von Christus und verschiedenen Szenen aus dem Alten Testament hinter dem Altar gelten als Höhepunkt der romanischen Malerei. Die Restauratoren haben nur ein vereinzelten Stellen die Farbe mit feinen Strichen ausgebessert, ansonsten wurden die Wände nur gereinigt um vom Ruß der Kerzen befreit. „Auch den Riss, der durch die Kuppel geht, haben wir nicht vollständig retuschiert“, sagt Müller. Er ist das Ergebnis eines Granateneinschlags im Zweiten Weltkrieg – auch die Erinnerung an diesen Teil der Geschichte soll nicht verloren gehen.

Es fehlen noch Spenden

Außer den gesäuberten Wänden hat die Pfarrkirche nun auch eine neue Eingangstür im Kirchturm, Beleuchtung und Elektrik wurden erneuert und die Kirchenbänke haben einen frischen Anstrich und neue Polster bekommen.

Insgesamt hat die Renovierung 475 000 Euro gekostet, 271 000 Euro hat das Erzbistum gezahlt, 130 000 Euro stammen aus Bundesmitteln, 10 000 Euro kommen vom Land Nordrhein-Westfalen und 9000 Euro aus einer Stiftung. Die restlichen 55 000 Euro muss die Kirchengemeinde aufbringen. „Das ist schon ein starkes Stück für so eine kleine Kirchengemeinde“, sagt Müller.

Der vor der Renovierung gegründete Freundeskreis hat bereits mehr als die Hälfte dieser Summe zusammenbringen können, vor allem durch Spenden und Benefizveranstaltungen. Kirchenvorstand Sommer ist sich sicher, dass die Berghauser auch die restliche Summe noch aufbringen werden. In den kommenden Monaten wird es in der Kirche weitere Konzerte geben.