„Kultur kann heilen helfen!“

Meschede..  Kaum zu glauben aber wahr: Am Sonntag, 21. Juni, findet ab 15 Uhr das 50. Konzert in der Veranstaltungsreihe „Mir geht es gut!“ statt. Eingeladen ist der MGV „Sauerlandia“ 1872 Olsberg unter der Leitung von Nikolaus Schröder.

Alles begann am 17. Februar 2008 mit dem Posaunenquartett „Just Trombones“. Jürgen Alliger hatte die Idee, eine Konzertreihe in Krankenhäuser oder Altenheimen zu etablieren. Über seine Agentur „AKM-Aga Kultur Management“ schrieb er alle dafür in Frage kommenden Institutionen an. Rückmeldung bekam er nur, aber dafür spontan, vom damaligen Leiter des Blindenaltenheims Meschede, Johannes Stienen.

Jürgen Alliger angespornt

Er zeigte sich begeistert von der Idee, und spornte Alliger an, die Pläne auch umzusetzen. Gesagt, getan. Schnell wurde ein Veranstaltungsname und ein Hauptsponsor gefunden: „Mir geht es gut“, gefördert von der Sparkasse Meschede. Die ersten zwei Spielzeiten wurden auch aus dem Kulturfördertopf der Stadt Meschede finanziell unterstützt.

Jürgen Alliger hatte schon damals Erfahrungen gesammelt mit der Reihe „Kultur im Krankenhaus“ des Städtischen Krankenhaus Maria-Hilf in Brilon. Ziel ist es, um es auf den Punkt zu bringen: „Kultur kann heilen helfen!“ Nirgends besser konnte man dies im alten Speisesaal des Blindenheims Meschede live erleben. Waren die Senioren im ersten Moment noch müde und antriebslos, setzte schon bei den ersten musikalischen Tönen eine positive Verwandlung ein. Leuchtende Augen und textsichere Mitsänger sind jedes Mal der Dank an die Künstler und Chöre. Zum Abschluss wünschen sich die Bewohner immer „Kein schöner Land“.

Auch anspruchsvollere Aufführungen

Auch anspruchsvollere Aufführungen wie z.B. eine Heine-Lesung oder Autorenlesungen werden ebenfalls interessiert besucht. Dieter Beckmann, Autor und Musiker der Twersbraken, erinnert sich noch genau, als er am Ende der Lesung über die Varus-Schlacht seine Gitarre auspackte und die ersten vier Strophen von „Als die Römer frech geworden“ anstimmte. Die Bewohner wollten allerdings mehr hören, schließlich kannten sie 26 Strophen…

Gerne angenommen wird die Konzertreihe auch von älteren Nachbarn um die Nördeltstraße. Sie schaffen es nicht mehr alleine in die Stadt zu kommen, können allerdings mit ihrer Gehhilfe ohne Probleme behindertengerecht die Aufführungen im jetzigen Seniorenzentrum „Blickpunkt“ genießen. Das hilft die Angst und die Barriere zu durchbrechen, demnächst vielleicht auch selber im Heim leben zu müssen. Herzzerbrechend ist jedes Mal der Dank der Bewohnerbeiratsvorsitzenden Frau Marlies Wieger. Lobend zu erwähnen sind auch die beiden Betreuerinnen, Hiltrud Müller und Adelheid Köchling. Ihre Aufgabe ist es durch den heiteren Nachmittag zu führen, und Blinden und Sehbehinderten das Geschehen bildlich zu erklären.