Kritik an Gerichtspräsidentin

Prozess um tödlichen Unfall..  Mir geht es nicht um die Bestrafung des Täters. Allerdings habe ich Probleme mit der Argumentation der Gerichtspräsidentin Charlotte Merz. Wenn ich zu einer Feier – oder besser einem „Besäufnis“? – gehe, weiß ich VORHER, dass ich nicht mehr Auto fahren kann bzw. darf. Ich kann und habe also Vorsorge zu treffen, dies nicht zu tun: Auto zuhause lassen, Autoschlüssel abgeben usw. Daneben gibt es eine Verantwortung des Wirtes bzw. der Gastgeber, eine betrunkene Person nicht mehr Auto fahren zu lassen. 2,98 Promille habe ich nicht sofort, sehe also die Entwicklung.


Wenn ich mit 2,98 Promille absolut fahruntüchtig wäre, könnte ich wohl noch nicht einmal den Wagen ausparken etc. Der Täter war jedoch offensichtlich in der Lage, eine bestimmte Strecke zu fahren. Bei diesem Blutalkoholgehalt und dieser „Fähigkeit“ ist zumindest von einem Gewohnheitstrinker auszugehen. Eine Person, die so gut wie nie oder selten Alkohol trinkt, wäre vermutlich noch nicht einmal in den Wagen gekommen.


Dass der Täter zur Tatzeit nicht mehr „zurechnungsfähig“ war, ist zu vermuten. Dass er aber NICHTS im Vorfeld unternommen hat, liegt in seiner vollen Verantwortung und ist seine eigentliche Schuld. Dem trägt Frau Merz nicht Rechnung und ermuntert damit alle Gewohnheitstrinker, ihr Verhalten nicht so ernst zu nehmen.


Werner Geiger, Meschede