"Kopfnoten haben Hand und Fuß"
31.07.2007 | 22:59 Uhr 2007-07-31T22:59:09+0200Meschede. Im Schulgesetz steht`s: Wenn die Sommerferien zu Ende sind, sollen nicht nur die Mathe- oder Deutsch-Kenntnisse der Schüler bewertet werden, sondern auch ihr Arbeits- und Sozialverhalten. "Kopfnoten" nennt sich das, was bei Mescheder Arbeitgeber
Die Kopfnoten seien "ganz bestimmt interessant", sagte Dieter Berndt, Ausbildungsleiter bei Honsel. Wichtiger als den Rest schätze er sie nicht ein - aber es komme ja gerade darauf an, "ob man sich auf jemandem verlassen kann, ob er pünktlich ist." Natürlich, so Berndt weiter, müsse man Kopfnoten "mit Vorsicht genießen". Hilfreich seien etwa zusätzliche Erläuterungen.
Erläuterungen, die an der Hauptschule St. Walburga schon seit einiger Zeit Standard sind, wie Leiterin Margot Freise erklärt: "Wir hängen ein DIN-A4-Blatt an das Zeugnis, auf dem das Sozialverhalten der Schüler ausformuliert bewertet wird. Es ist schade, dass wir das jetzt benoten müssen." Freise glaubt, dies werde vielen Schülern weniger gerecht.
Beim Hochsauerlandkreis ist Ausbildungsleiter Walter Scholz ebenfalls kritisch. Er sieht bei der Einführung der Kopfnoten das gleiche Problem wie bei "normalen" Zensuren: "Noten von zwei Schultypen sind schwer vergleichbar." In der Kreisverwaltung setze man stattdessen auf einen schriftlichen Auswahltest, um die Bewerber zu vergleichen, sagt Scholz: "Die Erfahrung hat gezeigt, dass das besser funktioniert."
Trotz Fünfen ein guter Verkäufer
Hertie-Geschäftsleiter An-dreas Thielemeier freut sich dagegen auf die Kopfnoten. Die könnten zwar nur ein Kriterium aus vielen sein, so Thielemeier: "Wir sind aber natürlich dankbar für diese zusätzlichen Hinweise".
Insbesondere, wenn die anderen Zensuren schlechter seien, könne man die Befähigung eines Bewerbers anhand der Kopfnoten besser einschätzen, sagte Thielemeier: "Der kann ja überall eine Fünf haben, aber trotzdem ein guter Verkäufer sein."
Dass die Kopfnoten in der Arbeitswelt eine wichtige Rolle spielen, bestätigt auch Markus Gercken, stellvertretender Schulleiter am Gymnasium Meschede: "Kopfnoten sind grundsätzlich nicht schlecht". Man müsse sie aber "sensibel handhaben".
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