Kopfläuse grassieren in Meschede

Ein starker Juckreiz ist ein typisches Symptom, wenn jemand an Kopfläusen erkrankt ist. Zurzeit gibt es im Stadtgebiet mehrere Fälle - offiziell gemeldet werden sie aber nicht.
Ein starker Juckreiz ist ein typisches Symptom, wenn jemand an Kopfläusen erkrankt ist. Zurzeit gibt es im Stadtgebiet mehrere Fälle - offiziell gemeldet werden sie aber nicht.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In Stadtgebiet Meschede grassieren nach Informationen unserer Zeitung zurzeit die Kopfläuse. Auch Schulen und Kindergärten sind betroffen.

Meschede..  Problematisch an der Welle von Kopflaus-Fällen: Nicht immer informieren Lehrer und Erzieher das Kreisgesundheitsamt - obwohl sie es müssten. Den Leitungen droht im schlimmsten Fall ein Ordnungsgeld.

Mittel gegen Kopfläuse? Ausverkauft! In einzelnen Apotheken ist es in den vergangenen Tagen zu vorübergehenden Engpässen gekommen. Klaus Mörchen, Sprecher der Apothekerschaft im Hochsauerlandkreis in Meschede, bestätigte eine erhöhte Nachfrage. Immer jedoch könnten die Apotheken die Mittel dann zügig besorgen.

Mörchen betonte: Wie bei anderen Medikamenten sei es Standard die Mittel unmittelbar wieder nachliefern zu lassen. Die Behandlung der Köpfläuse sei im übrigen unproblematisch. „Das kommt immer wieder vor, vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen lässt sich eine Übertragung nicht immer vermeiden, es hat auch nichts mit Sauberkeit zu tun“, sagte er.

Obwohl unserer Zeitung mehrere Fälle bekannt sind und obwohl die Nachfrage nach Medikamenten steigt, ist dem Kreisgesundheitsamt bislang kein einziger offiziell Fall gemeldet worden.

Anonymer Anruf

Dabei sind Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen nach dem Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet - das betont Dr. Peter Kleeschulte. Seine Behörde erlebte hingegen in dieser Woche einen anonymen Anruf: Eine Frau, die sich als Lehrerin ausgab, erkundigte sich nach der Behandlung von Kopfläusen, legte aber auf, als die Mitarbeiter nach der Schule fragten.

Bislang, so betonte Kleeschulte, sei die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten im heimischen Raum ausgesprochen unproblematisch und hervorragend verlaufen. Zum Teil würden Beratungsabende für die Eltern angeboten, auch untersuchten die Mitarbeiter die Kinder im Bedarfsfall vor Ort. Dennoch: „Köpfläuse sind eher harmlos“, warnt Dr. Kleeschulte vor einer Hysterie. Sie müssten nur konsequent behandelt werden, damit es nicht zu einer Verbreitung komme.

Über die Motive, das Kreisgesundheitsamt nicht zu informieren, möchte der Leiter der Behörde nicht spekulieren: Zum einen sei es möglich, dass Eltern die Schulen und Kindergärten trotz gesetzlicher Vorschriften nicht informiert hätten. Zum anderen könnten einzelne Fälle während der Osterferien aufgetreten und behandelt worden sein - dann bestehe keine Meldepflicht. Anders sei es aber, wenn jetzt akute Fälle an Schulen und Kindergärten aufgetreten seien. Eltern sprachen gegenüber unserer Zeitung sogar von „gezielter Vertuschung“ - um so „unbequeme Maßnahmen“ des Gesundheitsamtes zu vermeiden.