Kneipenbesuch kommt ganzem Dorf zugute

Der Heimat- und Förderverein Ostwig überreichte Vertretern der Vereine Spenden aus den "Kumm rin"-Einnahmen.
Der Heimat- und Förderverein Ostwig überreichte Vertretern der Vereine Spenden aus den "Kumm rin"-Einnahmen.
Foto: WP

Ostwig..  Erstmals hat der Heimat- und Förderverein jetzt Gelder an die Ostwiger Vereine ausschütten können, die er als Träger der Ehrenamtskneipe „Kumm rin“ eingenommen hat. 18.000 Euro (in denen aber auch Spenden und Mitgliedsbeträge stecken) fließen so insgesamt zurück ins Dorf.

Den größten „Batzen“ erhält mit 9810 Euro Ostwigs Ortsvorsteher Manfred Ramspott für die Dorfgemeinschaft insgesamt: Es ist schon einmal eine Anzahlung für den Eigenanteil, den die Ostwiger für die Umgestaltung ihres Marktplatzes aufbringen müssen. Mit dem schöneren Marktplatz wiederum erhält das „Kumm rin“ künftig auch einen besseren Vorplatz – „da sind wir nicht böse drum“, meint Heiamtvereins-Vorsitzender Klaus Schmücker augenzwinkernd.

Den Rest des Geldes teilen sich der Sportverein TV, die St.-Antonius-Schützen, die Frauengemeinschaft, der MGV, Kolping, Feuerwehr, die Caritaskonferenz, der Kindergarten, der FC Ostwig/Nuttlar und die Wanderfreunde Ruhr-Valme-Elpetal. Innerhalb des Heimatvereins gibt es einen Beirat, dem jeder Verein angehört. Dort wurden die einzelnen Förder-Projekte vorgestellt und dann von der Mitgliederversammlung genehmigt.

Ende 2011 war das „Kumm rin“ in Betrieb gegangen, seinerzeit gab es nur ein paar hundert Euro. Jetzt also ist der erste richtige Jahresabschluss da: „Es hat sich gelohnt“, meint Schmücker. An über 200 Tagen, von donnerstags bis sonntags, war die Ehrenamtskneipe geöffnet, schätzungsweise 8500 Besucher kamen. Bei aller Euphorie: Klaus Schmücker dämpft ein wenig die Erwartungen, dass die Zahlen immer so gut bleiben werden – schließlich gebe es einen Gewöhnungseffekt, er persönlich rechnet mit einem schwierigen dritten Jahr: „Dann sind alle mal hier gewesen.“

Stolz sind die Ostwiger darauf, dass ihre Idee Nachahmer findet. In Eslohe-Kückelheim haben die Schützen inzwischen ein ähnliches Projekt umgesetzt, in Sundern-Endorf will man es auch versuchen (dort ist die Dorfkneipe abgebrannt), Westernbödefeld soll hinzukommen, aus Brunskappel holte man sich Anregungen in Ostwig. Auch aus Niedersfeld kamen Besucher: „Die sind sehr weitsichtig“, meint Klaus Schmücker – denn dort gebe es noch zwei Kneipen, aber die Niedersfelder machen sich schon Gedanken, was man machen könnte, wenn diese mal schließen. Dorfkneipen sind und bleiben eben doch ein Mittelpunkt. Schmücker freut sich über dieses Interesse aus anderen Orten: „Wir haben das Wissen schließlich nicht für uns gepachtet. Wir teilen alles, was wir haben.“

Mit dem „Kumm rin“ ist auch das Interesse am Heimat- und Förderverein gewachsen: Heute gehören ihm rund 300 Mitglieder an.