Klirrende Kälte im Januar 1894

Meschede..  Aus der Schulchronik des Jahres 1894 – Weihnachtsferien vom 24. Dezember 1893 bis zum 2. Januar 1894: Anfang Januar herrschte mit minus 29 Grad klirrende Kälte. Die neue Zentralheizung bewährte sich. Am 8. Januar Beginn des Kommunikantenunterrichts. Am 22. desselben Monats bekam Lehrer Wahle die Ernennung zum Hauptlehrer der katholischen Volksschule (später Emhildisschule genannt).

Kaisers Geburtstag, am 27. Januar, feierten sämtliche Kinder der Schule. Die Hauptfeier fand in den beiden oberen Mädchenklassenräumen statt. Außer den Spitzen der Behörden und dem Lehrerkollegium nahm auch die Bürgerschaft regen Anteil. Herr Wahle hielt die Festrede. Auch in den Kirchen beider Konfessionen und in der städtischen höheren Schule beging man Kaisers Geburtstag. Das übliche Festessen fand unter zahlreicher Teilnahme bei Gercken statt.

Die leidige Influenza tritt im Kreis Meschede wie auch in der Stadt in bedenklicher Weise wieder auf. Auch leiden jüngere Schulkinder an Husten und Heiserkeit. Anfang Februar brachte viel Regen, so dass das Wasser in Flüssen und Bächen stieg, zudem herrschte starker Sturm. Am Dienstag, dem 13. Februar, gab es Schnee – und zwar sehr viel Schnee.

Am 15. Februar starb das Schulvorstandsmitglied Apotheker Julius Wrede. Die sterblichen Überreste des sehr beliebten und geachteten Mannes wurden drei Tage später, unter hoher Anteilnahme der Bewohner, zu Grabe getragen.

Am 15. Februar leitete Hauptlehrer Wahle seine erste Konferenz. Tagesordnung: 1. Lehrplan und Pausenverteilung mit Stundenplan, 2. Schulordnung und 3. Kirchenangelegenheiten.

Die letzte Hälfte des Februars brachte Sturm, Schnee und Regen, das erste Drittel im März bis zu 12 Grad plus. Am 15. März besuchte Kreisschulinspektor Dr. Besta unsere Stadt. Die Entlassungsprüfungen von je 23 Jungen und Mädchen fanden statt. Alle bestanden. Eine Lehrerversammlung schloss sich an, im Mittelpunkt stand der Geschichtsunterricht.

Archiv Bernd Schulte