Kleinstfiliale aufgegeben

Das Gebäude der ehemaligen Volksbank in Bremke.
Das Gebäude der ehemaligen Volksbank in Bremke.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mangels Nachfrage hat die Volksbank Reiste-Eslohe ihre Kleinstfiliale in Bremke aufgegeben.Kunden müssen jetzt entweder nach Eslohe oder Reiste fahren.

Bremke..  Die Volksbank Reiste-Eslohe hat ihre Zweigstelle in Bremke geschlossen. Sie reagiert damit auf ein verändertes Verhalten von Kunden, sagt Vorstand Dirk Schulte: „Das Bankgeschäft heute erfordert mehr Zeit. In Kleinstfilialen ist das nicht mehr möglich.“

Monika Richard, bisher Leiterin in Bremke, ist in die benachbarte größere Zweigstelle nach Reiste gewechselt. Sie war die einzige Beschäftigte. Die Bremker sind vor der Schließung informiert worden, dass ihnen künftig die Hauptstelle in Eslohe und die Außenstelle in Reiste zur Verfügung stehen. Vor der Schließung sei ausführlich das Gespräch vor Ort gesucht worden, sagt Dirk Schulte. Es habe dabei „fast flächendeckend“ Zustimmung zur Schließung gegeben.

Kunden wollen sich beraten lassen

Hintergrund für die Schließung sei die geringe Resonanz gewesen. Selbst von den vielen Unternehmen in Bremke sei die Zweigstelle nicht mehr genutzt worden – Bargeldverkehr gibt es kaum noch. Der Geldautomat ist deshalb auch abgebaut worden. Denn auch die Volksbank Reiste-Eslohe beobachtet schließlich den Trend zur Online-Nutzung: 80 Prozent der Überweisungen, so Schulte, würden inzwischen online durchgeführt. „Das Bankgeschäft wird sich noch weiter verändern“, lautet seine Prognose: Zum einen würden die Kunden erwarten, dass die täglichen Bank-Geschäfte schnell abgehandelt würden, zum anderen würden sie Wert auf eine ausführliche Beratung legen – „wir müssen es hinbekommen, zweigleisig zu fahren“.

Zwei Alternativen in der Umgebung

Diese umfassende Beratung ist in einer Kleinstfiliale nicht zu leisten. Die Volksbank habe deshalb ihre Filialstruktur überdacht, erläutert der Vorstand, und den Mietvertrag für das Gebäude in Bremke nicht mehr verlängert. Weitere Einschnitte bei den Filialen seien nicht geplant: „Wir würden uns ja sonst von den Märkten abschneiden.“ Bremke sei die Ausnahme, weil für die Bremker Kunden alternativ zwei Banken im Umkreis von zwei Kilometern zur Verfügung stünden.

Auch auf das Hauptargument von Kritikern hat sich die Volksbank eingestellt: Als erster Punkt sei immer gefragt worden, wie denn alte Leute in Bremke noch Bargeld bekämen, wenn sie kein Auto hätten. Dirk Schulte versichert: „Dann wird ihnen das Geld per Hausbesuch gebracht. Wir müssen doch auf die Kunden zugehen.“