Kleinkunstbühne bietet jetzt auch Sauerland-Kabarett

Seit April gibt es die Kleinkunstbühne Kokolores.  Dr Jürgen Bechtloff und Gerd Normann
Seit April gibt es die Kleinkunstbühne Kokolores. Dr Jürgen Bechtloff und Gerd Normann
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit einem neuen Format - dem Sauerland-Kabarett - starten Gerd Normann und die Twersbraken in Eversberg durch. -das erste Mal am Sonntag.

Eversberg..  „Es läuft - auch weil das Publikum einfach toll ist!“ Gerd Normann, der Leiter der Kleinkunst-Bühne Kokolores in Markes Haus in Eversberg, ist zufrieden, obwohl es natürlich auch den ein oder anderen Reinfall seit der Gründung der Bühne im April gab.

Das Konzept, mit dem Kokolores an den Start ging, schien ambitioniert: Alle zwei Wochen sollten Kabarett, Comedy, Poetry-Slam und Musikalisches auf der Bühne in Eversberg ihren Platz und ihr Publikum finden. Im Rückblick sagt Gerd Normann: „Mir war klar, dass man anderthalb bis zwei Jahre rechnen muss, bis sich so etwas etabliert.“

Anreise aus München und Berlin

Die Künstler jedenfalls - sie reisen auch aus München, Köln oder Berlin an - sind begeistert: „Das Publikum ist einfach sehr, sehr gut“, sagt Normann. Vom sturen Sauerländer, der angeblich zum Lachen in den Keller geht, sei da nichts zu merken. „Ich bin ja auch schon auf einigen Bühnen aufgetreten“, sagt der gebürtige Nuttlarer und Wahl-Berliner, „die Sauerländer sind sehr aufmerksam und agieren super.“

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Mittlerweile hat der Verein das Gönner-Modell eingerichtet. Gönner, das sind Fördermitglieder, die für 40 Euro Jahresbeitrag verbilligte Eintrittskarten und eine besondere Party am Ende des Jahres erhalten. Zuletzt war dafür Cilly Alperscheidt in Eversberg und die Twersbraken haben unplugged gespielt. Der Kreis ist mit 25 Personen noch recht exklusiv, „aber er wächst“, betont Normann. „Dank der Gönner können wir in besonderen Fällen auch Festhonorare vereinbaren.“ Sonst erhalten die Künstler bisher 70, in Zukunft 60 Prozent der Einnahmen.

Nach und nach spreche sich das Format rum, hat Normann beobachtet. Am besten laufe Regionales. „Aber ich will die Zuschauer gern auch für Unbekannte begeistern.“ Das klappt immer besser: „Zuschauer kommen sogar aus Hemer, Hallenberg und Lennestadt.“ Erstaunlich gut gelaufen sei der Poetry-Slam, mit rund 90 vorwiegend jungen Besuchern. Selbst bei der offenen Bühne, wo jeder mal zum Star werden konnte, seien 40 Gäste im Saal gewesen. „Das wird jetzt am Samstag, 7. Februar, wiederholt.“

Doch da Regionales besonders gut läuft, haben Gerd Normann und die Twersbraken, die bereits bei der Kleinkunstshow „Die Bunte Kuh“ und dem Sauerländischen „Kleinkunst-Schnitzeldinner“ erfolgreich zusammenarbeiten, für ein neues Format ihre besten Lieder und Szenen bearbeitet, mit neuem Material aufgefrischt und daraus ein neues Programm entwickelt: das Sauerland-Kabarett. „Sauerland-Ranger Wild Bill Ömmes führt das Publikum durch eine wilde Safari, deren Herzstück unsere Heimat ist“, erläutert Norman. „Die Exkursion der Extreme beleuchtet Land und Leute, die Populationsentwicklung von Tieren und Holländern, die Familienfreundlichkeit eingewanderter Nordic-Walker und den Zuzug junger Start-up Unternehmen wie Klauken Hänschen seine Emuzucht.“ Normann und die Twersbraken empfehlen: „Lassen Sie sich gefangennehmen, anbalzen oder einfach nur begeistern. Spaß ist garantiert garantiert.“

Und Normanns Fazit zu Kokolores: „Es läuft, es etabliert sich und: Kleinkunst gehört einfach ins Sauerland.“