Kita vereint Kinder und Kirche

Bei gutem Wetter geht es in der Kita Heilig Geist so gut wie immer nach draußen auf den Spielplatz.
Bei gutem Wetter geht es in der Kita Heilig Geist so gut wie immer nach draußen auf den Spielplatz.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Einziger katholischer Kindergarten der Schmallenberger Kernstadt besteht seit 50 Jahren.

Schmallenberg.. Seit einem halben Jahrhundert toben Kinder im und rund um das Gebäude an der Leostraße 9. In dieser Zeit hat sich in der Kita Heilig Geist, der einzigen katholischen Kita in der Kernstadt, so einiges verändert. Eins aber ist dort auch nach 50 Jahren noch wichtig: die religiöse Erziehung.

„Wir sind in das Gemeindeleben eingebunden, feiern die Feste im Kirchenjahr und gestalten auch Gottesdienste mit“, sagt Erzieherin Stefanie Dornseifer. Bevor es morgens auf den Spielplatz oder in die Bastelräume geht, beten die Kinder gemeinsam und zünden eine Kerze an. Auch wenn längst nicht alle Kinder katholisch sind, einige sind evangelisch, konfessionslos oder muslimisch. „Willkommen sind bei uns alle Religionen“, sagt Dornseifer. Die Eltern der Kinder müssten sich aber der Erziehung nach christlichen Grundwerten bewusst sein.

Kinder wollen mehr Bewegung

Nach dem Bau der Kita war Schwester Benicia, eine Nonne aus dem Kloster Grafschaft, 35 Jahre lang Leiterin der Einrichtung. Immerhin fast 25 Jahre lang arbeitet Erzieherin Christine Schüttler schon dort. „Das Schöne ist, dass einige, die früher selbst unsere Kindergartenkinder waren, mittlerweile ihre eigenen Kinder hierherbringen“, sagt sie. Von der einen Generation zur nächsten hat sich auch der Alltag in der Kita verändert.

„Die Selbstständigkeit der Kinder hat zugenommen“, sagt Dornseifer. „Sie wählen öfter selbst aus, womit sie sich als nächstes beschäftigen.“ Gleichzeitig beobachten sie und ihre Kolleginnen, dass der Bewegungsdrang der Kinder größer wird. Deshalb steht Sport mittlerweile jeden Tag auf dem Programm, die wöchentliche Turnstunde ist Geschichte.

Die älteren Erzieherinnen können sich noch daran erinnern, wie sie früher mit 20 Kindern an einem großen Tisch gesessen und gemeinsam gebastelt haben – das sei heute nicht mehr möglich, sagen sie. Die Schnelllebigkeit der Zeit, Medien und Technik hätten die Kinder unruhiger und lauter werden lassen,meinen sie. „Man ist immer mit einem Auge und einem Ohr woanders“, sagt Erzieherin Dorothee Spiekermann. Andererseits werde der Alltag so auch für die Erzieherinnen spannender. „Der Beruf ist vielschichtiger geworden“, sagt Dornseifer. Allerdings wünsche sie sich manchmal mehr Wertschätzung für Erzieherinnen.