Kinder untersuchen heimische Spinnenarten in Bestwig

Mit Spinnenexperte Stephan Lauterbach ging es bei herrlichem Spätsommerwetter auf zu den Spinnen.
Mit Spinnenexperte Stephan Lauterbach ging es bei herrlichem Spätsommerwetter auf zu den Spinnen.
Foto: Bettina Kreutzmann
Was wir bereits wissen
  • 600 heimische Spinnenarten gibt es in NRW
  • In Bestwig an der Alfert haben die Naturranger sich jetzt auf Spinnen-Exkursion begeben
  • Sie fanden unter anderem Wolfsspinne, Brückenkreuzspinne und Vierfleckkreuzspinne

Bestwig..  „Jetzt habe ich eine richtig schöne Wolfsspinne gefunden. Die müsst ihr Euch unbedingt anschauen“, ruft Naturranger Ben seinen Freunden zu. Von der anfänglichen Skepsis der Kinder ist nichts mehr zu spüren. Mit etwas Mut und aus der Nähe betrachtet sind Spinnen richtig cool.

Einmal pro Monat trifft sich die „NaRa-Jugend“ in Bestwig, um gemeinsam die Natur zu entdecken und spannende Naturabenteuer zu erleben. Jetzt ging es für die Grundschüler mit Spinnenexperte Stephan Lauterbach bei herrlichem Spätsommerwetter auf zu den Spinnen.

Keinen guten Ruf

Zu den Spinnen?! – ja richtig gehört. Über 600 verschiedene Arten gibt es allein in Nordrhein-Westfalen und auch so kennt jeder Spinnen. Einen guten Ruf haben sie nicht, gerade jetzt wenn die Tage wieder kälter werden, und sie sich vermehrt auch in unsere Wohnungen verirren. Ekel, Gänsehaut und Schreiattacken sind die häufigste Reaktion bei einer spontanen Begegnung im Wohnzimmer.

Aber sind Spinnen wirklich so schrecklich wie ihr Ruf? Um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen, gab es für die Naturranger nur eine Möglichkeit. Erst einmal allen Mut zusammennehmen und die Spinnen genauer unter die Lupe nehmen.

Nach einer kleinen Einführung durch den Spinnenexperten ging es ausgerüstet mit Becherlupen und Beobachtungsgläsern am Wegesrand auf Spinnenfang. Am Wehr an der Alfert war es dann soweit, die erste Brückenkreuzspinne landete in der mitgebrachten Becherlupe. Ein Artgenosse rettete sich mit einem Sprung vom Brückengeländer, um wenige Minuten später, fit und munter, an seinem eigenen „Bungee-Seil“ an sein Netz zurückzukehren. „Tolle Leistung“, da waren sich die Naturranger schnell einig.

Aber nicht nur an Brücken und am Boden kann man Spinnen beobachten. Auch in den Blättern der Bäume gab es viel zu entdecken. Mit einem Stoffnetz und einem kräftigen Schütteln am Ast wurden einige Baumbewohner aufgefangen und dann näher bestimmt.

Auch bei den Mädels keine Panik

„Ach, so ekelig wie ich immer gedacht habe, sind sie gar nicht, und es gibt so viele verschiedene“ freute sich Naturrangerin Jana. Auch bei den Mädels im Team war die Panik bald dem Entdeckungseifer gewichen. Mit Erfolg, denn schon bald konnten sie eine Vierfleckkreuzspinne und eine rostrote Winkelspinne behutsam in ihre Becherlupen befördern und gemeinsam bestaunen. Ein toller Nachmittag und ein überzeugender Beweis, wie vielfältig und spannend die Natur vor unserer eigenen Haustür doch ist.

„Das ist das Ziel des Naturranger“, sagt Bettina Kreutzmann vom Vorstand des Vereins: „Über einfache ehrenamtliche Basisarbeit wollen wir Neugier wecken und den Jungen und Mädchen Möglichkeiten eröffnen, selbst aktiv zu werden.“