Keine Spur vom Täter mit den Rasierklingen

So sehen die Hundeköder aus: eine Fleischwurst mit eingedrückter Rasierklinge.
So sehen die Hundeköder aus: eine Fleischwurst mit eingedrückter Rasierklinge.
Was wir bereits wissen
Wer ist dieser Tierquäler und warum macht er das? Nach dem Fund von Wurststücken mit Rasierklingen am Wochenende hat die Polizei noch keine Spur von dem Unbekannten.

Meschede..  Hundebesitzer hatten am Wochenende gefährliche und für Vierbeiner potenziell tödliche Köder im Hennepark und an der Fritz-Honsel-Straße entdeckt und die Beamten eingeschaltet. Noch hat die Polizei keine Spur von dem Unbekannten.

Keine Zeugen

„Wir haben keine Zeugen. Bisher wissen wir nicht, wer dahinter steckt“, sagte Polizei-Pressesprecher Ludger Rath gegenüber unserer Zeitung. Immerhin: Seit dem Wochenende sind keine neuen Fundstücke mehr gemeldet worden. Und alte präparierte Wurststücke könnten inzwischen zumindest teilweise verwittert sein. „Wir untersuchen jetzt die gefundenen Köder auf Spuren und hoffen, dass wir auf diese Weise weiterkommen“, berichtete Rath.

Der Täter hatte eine Fleischwurst in ein bis zwei Zentimeter breite Stücke geschnitten und in die Masse eine Rasierklinge hineingedrückt. „Hunde riechen nur die Wurst und können die Gefahr nicht bemerken“, sagt Rath zu dieser besonders perfiden Variante von Tierquälerei.

Dass besorgte Bürgerinnen und Bürger fürchten, vergiftete Köder entdeckt zu haben, kommt nicht oft, aber immer wieder vor. Ergeben sich genug Anhaltspunkte, analysiert die Polizei die Proben – und ermittelt gegebenenfalls.

Was sind das für Menschen, die Tiere auf diese Weise quälen? Drei großen Gruppen ist Rath während seiner Zeit als Polizist begegnet: Da gibt es jene, die sich daran so stören, dass Hunde frei laufen, dass sie auf verbotene Weise reagieren. Dann sind da jene, die sich über nicht weggemachte Häufchen auf Gehwegen und in Parkanlagen maßlos ärgern. Und dann gibt es noch die Unberechenbarsten: jene, die mit sich und der Welt unzufrieden sind. Wird der Täter ermittelt und überführt, drohen ihm erhebliche Konsequenzen. Tierquälerei wird in Deutschland mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Nicht im Sandkasten

Nicht bestätigte die Polizei Berichte, wonach Rasierklingen auch auf einem Spielplatz im Sandkasten gefunden worden seien. „So etwas ist bisher nach unseren Erkenntnissen noch nicht vorgekommen“, erklärte Rath. „Und es hätte eine noch höhere kriminelle Energie, weil dann Menschen im Visier wären.“