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Kein Störfeuer mehr aus der Politik

14.03.2016 | 10:25 Uhr
Kein Störfeuer mehr aus der Politik
Die Geehrten bei der Delegiertenversammlung in Nuttlar: Von links Kreispräses Pfarrer Ulrich Stipp, Thomas Jostes, Josef Feldmann, Werner Kuhlmann, Reinhard Schauerte, Werner Kuhlmann, Dietmar Döhring, Volker Nölke und Erwin Stockhausen.Foto: Friedbert Sonntag

Nuttlar.   Der Kreisschützenbund Meschede kritisiert die versuchte Gängelung der Schützen durch die Politik. Das wurde bei der Delegiertentagung in Nuttlar deutlich.

„Gute Gespräche miteinander sind allemal besser als schlechte Gespräche übereinander“, appellierte Kreisoberst Addi Grooten bei der Delegiertenversammlung des Kreisschützenbundes Meschede in der Nuttlarer St.-Anna-Schützenhalle an alle politischen Vertreter, in alle Entscheidungen, die das heimische Schützenwesen betreffen, von Beginn an eingebunden zu werden.

Die großen Schützenverbände in NRW müssten feststellen, dass das immer seltener der Fall sei. Man würde häufig sogar vor vollendete Tatsachen gestellt, wenn es um Verordnungen und gesetzliche Regelungen gehe, die insbesondere das Schützenbrauchtum betreffen. „Wir Schützen verstehen unter Wertschätzung, Dialogbereitschaft und pfleglichem Umgang etwas gänzlich anderes“, stellte der Kreisoberst unter dem Beifall der über 300 Schützenbrüder und Vorstandsmitglieder aller 43 dem Kreisschützenbund angeschlossenen Schützenvereine, -bruderschaften, -gemeinschaften und -gesellschaften klar. Einerseits würde sich gerne darin überboten, das Ehrenamt als wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil der Gesellschaft zu hofieren, andererseits scheine das nachhaltige Bestreben, das Vereinsleben und insbesondere das Schützenbrauchtum aus unserer Gesellschaft zu verbannen, schon sehr beachtlich zu sein, brachte es Grooten auf den Punkt: „Wie anders lassen sich die letzten Vorstöße bezüglich Gemeinnützigkeit und Freizeitlärmerlass sonst deuten“, fragte er sich. Mittlerweile habe aber auf höchster Ebene dank mehrerer Politiker - vorrangig von Landrat Dr. Karl Schneider - die sich für die Schützen stark gemacht haben, ein Sinneswandel stattgefunden und beides sei wohl vom Tisch.

Auf Aufgaben konzentrieren

Auch Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus monierte die Einmischung der Politik in das Schützenwesen, „Hier sollte sie sich heraushalten, weil sie nichts davon versteht, weil sie oftmals viel zu weit weg von der Basis ist. Diskussionen über Rauchverbot in den Schützenhallen, Größe der Vögel oder - wie zuletzt - die Gemeinnützigkeit unserer Schützenvereine sind gleichermaßen blödsinnig, überflüssig wie kontraproduktiv, wetterte er: „Ich hoffe für Sie alle, dass Sie in Zukunft von derartigen Störfeuern verschont bleiben, damit Sie sich auf Ihre wesentlichen Aufgaben konzentrieren können.“

Landrat Dr. Karl Schneider warnte davor, dass die Last dieser Fülle von Aufgaben, die nebenher behördlich eingefordert werden, nicht noch größer werde. „Sich ehrenamtlich in einem Sauerländer Schützenverein zu engagieren, soll in erster Linie - und darauf liegt die Betonung - ein Ehrenamt bleiben, das bei aller Verantwortung auch Spaß und Freude bereitet“, sei seine Meinung. Wo wären wir denn, wenn es unsere Schützenvereine und Bruderschaften nicht gebe, und wie wäre es dann mit dem generationsübergreifendem Zusammenhalt auf unseren Dörfern bestellt? Seine klare Aussage: „Ich möchte mir ein Leben in unserem ländlichen Raum ohne ein lebendiges Schützenwesen nicht vorstellen, denn Euer Engagement ist ein Stück Heimat und darf nicht durch ein immer größer werdendes Dickicht von Vorschriften und Verordnungen gedeckelt werden.“

Wahlen und Ehrungen

Die Wahlen erbrachten die einstimmige Wiederwahl des stellvertretenden Kreisobersten Reinhard Schauerte (Bad Fredeburg) sowie die ebenfalls einstimmige Bestätigung der Beisitzer Dietmar Döhring (Nordenau), Werner Kuhlmann, (Rehsiepen), Bernhard Krieger (Dorlar), Volker Nölke (Ramsbeck), Thomas Jostes (Grevenstein) und Josef Feldmann (Kückelheim). Mit dem SSB-Orden für besondere Verdienste zeichnete Addi Grooten Kreispräses Ulrich Stipp (Oberkichen) aus, der sich in seinem Grußwort mit der Hl. Anna, der Schutzpatronin der Nutlarer Schützen, beschäftigte, sowie Erwin Stockhausen (Bad Fredeburg) als Vertreter der Sportschützen.

Friedbert Sonntag

Kommentare
14.03.2016
12:44
Kein Störfeuer mehr aus der Politik
von Rothaarblitz | #1

100-prozentige Zustimmung!

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2016-03-14 10:25
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