Kein Arzt für Oberkirchen in Sicht

Dr. Michael Waltenberg schließt  seine Praxis in Oberkirchen zum 30. Juni endgültig. Jetzt noch einen Nachfolger zu finden, wäre für ihn ein besonderer Glücksfall.
Dr. Michael Waltenberg schließt seine Praxis in Oberkirchen zum 30. Juni endgültig. Jetzt noch einen Nachfolger zu finden, wäre für ihn ein besonderer Glücksfall.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Allgemeinmediziner Dr. Michael Waltenberg schließt seine Praxis und geht in den Ruhestand.

Oberkirchen..  Zum 30. Juni schließt Dr. Michael Waltenberg seine Arztpraxis in Oberkirchen. Der 67-jährige Allgemein-Mediziner hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, doch gesundheitliche Gründe zwingen ihn zur Aufgabe. Eine erhoffte Kooperation mit dem Kloster Grafschaft hatte sich im letzten Moment doch zerschlagen. „Das ist sehr traurig“, sagt Waltenberg, „Ich hätte gern noch einige Jahre weitergemacht und erst aufgehört, wenn ein geeigneter Nachfolger gefunden wäre.“

Landarzt mit Leib und Seele

Seit Dr. Waltenberg vor 33 Jahren seine Praxis Oberkirchen gründete, war er nahezu Tag und Nacht für seine Patienten im Einsatz. Allein 18 Jahre lang versah er den ärztlichen Notdienst – anders als heute kam zu der Zeit kein Krankenhaus-Arzt im Rettungswagen, sondern erstmal der diensthabende Mediziner vor Ort. Wobei ‚vor Ort’ im Sauerland durchaus weite Anfahrten für den Notarzt bedeuteten. „Es war anstrengend, aber ich war gern Notarzt“, sagt der Mediziner.

Seine Patienten seien ihm im Laufe der vielen Jahre ans Herz gewachsen, viele seien bereits in der dritten oder vierten Generation bei ihm. Er kenne die Sorgen und Nöte, die häuslichen, privaten und beruflichen Verhältnisse der meisten von ihnen.

Zuhören zu können, so Waltenberg, das sei neben einer soliden, umfassenden Aus- und permanenten Weiterbildung unerlässlich, um helfen und heilen zu können. Der Landarzt selbst war sieben Jahre lang auch als Lehrbeauftragter an der Privat-Universität Witten-Herdecke tätig.

Nachfolge mit Sicherheiten

Nach langem Suchen und trotz etlicher Gespräche hat sich kein Nachfolger für Dr. Waltenberg finden lassen. In den verbleibenden sieben Wochen noch einen geeigneten Arzt für die Praxis zu finden, wäre ein Glücksfall. Die Konditionen für eine Übernahme wären allerdings gut, betont Dr. Waltenberg: „Mit Netz und doppeltem Boden. Vielleicht hat der eine oder andere Mediziner doch noch Lust, mich einfach anzurufen und einen Blick zu riskieren.“

Das Praxisteam bittet alle Patienten, ihre Unterlagen bis spätestens zum 30. Juni abzuholen. Mit einer entsprechenden Vollmacht können auch Unterlagen für Patienten abgeholt werden, die nicht persönlich kommen können.

„Was meinem Team und mir bleibt, ist ‚Danke’ zu sagen. Für das Vertrauen, die Treue und die vielen liebenswerten Gesten, mit der unsere Patienten uns über die vielen Jahre begleitet und für unsere Arbeit gedankt haben“, sagt Dr. Waltenberg.