Kaffee-Kunst aus dem Sauerland

An der Kaffeemaschine macht Christian Heßmann so schnell niemand etwas vor: Sein Handwerk hat der Barista bei einem speziellen Lehrgang in Berlin gelernt.
An der Kaffeemaschine macht Christian Heßmann so schnell niemand etwas vor: Sein Handwerk hat der Barista bei einem speziellen Lehrgang in Berlin gelernt.
Foto: Katrin Clemens
Was wir bereits wissen
Frisch gerösteten Kaffee gibt es nun auf dem Birkenhof in Holthausen. Die kleine Rösterei gehört damit zu einer seltenen Attraktion im Sauerland.

Holthausen.. Frisch gerösteten Kaffee gibt es neuerdings auf dem Birkenhof in Holthausen. Die kleine Rösterei gehört damit zu einer seltenen Attraktion im Sauerland – die nächste gibt es in Medebach. Den Kult um die kleinen Bohnen aus aller Welt, aus denen Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato entstehen, pflegt Christian Heßmann. Das Kuriose: „Bis vor sechs Jahren war ich gar kein Kaffee-Trinker“, sagt er. „Mit dem Thema habe ich mich erst auseinandergesetzt, als wir unser Café eröffnet haben.“

Und seitdem hat sich einiges getan: Mittlerweile ist Christian Heßmann Barista und hat sich seine eigene kleine Rösterei eingerichtet. Neben dem Eingang stehen mehrere Säcke voller Rohbohnen. Sie kommen unter anderem aus Kenia, Brasilien, Kolumbien, Guatemala und Indonesien über einen Hamburger Kaffee-Händler ins Sauerland.

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Eigener Charakter

„Jede Bohne, jedes Herkunftsland hat einen eigenen Charakter“, sagt Heßmann. „Der Röster ist dazu da, das Beste aus der Bohne rauszuholen.“ Genau dazu hat er sich eine eigene Röstmaschine angeschafft. Bei Temperaturen zwischen 70 und 210 Grad Celsius röstet er die Bohnen auf traditionelle Art. Das heißt, sie werden möglichst schonend und langsam erhitzt, zwischen 14 und 19 Minuten dauert ein Röstvorgang.

Der Geschmack des Kaffees hängt einerseits vom Säuregehalt und den Aromen der Bohne selbst, andererseits von der Art der Röstung ab, erklärt Heßmann: „Je dunkler geröstet wird, desto kräftiger ist der Kaffee.“ Nach dem Rösten müssen die Bohnen zwei bis drei Tage ruhen, bevor sie verwendet werden können. Gemahlen werden sie erst kurz vor dem Aufbrühen. „Gemahlener Kaffee verliert schon nach einer halben Stunde an Aromen.“

In der speziellen Siebträgermaschine oder per Hand brüht der Sauerländer Barista den Kaffee auf. Zu bieten hat er nahezu alle Kaffeespezialitäten. Worauf es wirklich ankommt, das passt aber in ein ganz kleines Tässchen: „Espresso ist die Basis von jedem Milchmixgetränk – deshalb muss er qualitativ hervorragend sein.“

Für die per Hand im Sauerland gerösteten Bohnen müssen die Kunden je nach Sorte dann aber auch schon mal rund doppelt so viel Geld auf den Tresen legen wie sie für eine Packung Industrie-Kaffee aus dem Supermarkt zahlen würden. Denn erstens ist der Grundpreis höher, zweitens muss der Kaffee nach der Röstung noch versteuert werden. Heßmann hofft, dass er mit Geschmack und Qualität überzeugen kann und etwas von seiner Leidenschaft für den Kaffee an die Gäste weitergeben kann. „Das Schöne ist, dass ich direkt vor Ort bin und den Gästen auch noch einiges zum Kaffee erklären kann.“

Begeistern soll auch die Einrichtung der Rösterei die Möbel stammen aus den 60er-Jahren und vor allem die Theke erinnert so manchen Besucher an frühere Zeiten.