Junkie löst Großalarm aus

Vor dem Amtsgericht Meschede findet der Prozess gegen den mutmaßlichen Einbrecher statt.
Vor dem Amtsgericht Meschede findet der Prozess gegen den mutmaßlichen Einbrecher statt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wegen einer Einbruchsserie muss sich ein 25 Jahre alter Mann aus Meschede vor dem Schöffengericht verantworten. Er soll auch absichtlich einen Großalarm bei der Firma Langer ausgelöst haben.

Berge..  Ist der 25-Jährige schuldfähig oder nicht? Muss der Mann, dem Einbrüche vorgeworfen werden, ins Gefängnis oder wäre er besser im Maßregelvollzug untergebracht? Fragen, die das Schöffengericht Meschede klären muss.

Gestern war der erste Verhandlungstag gegen den Mescheder. Zugeschlagen haben soll er vor allem rund um Berge. Oberstaatsanwalt Thomas Poggel wirft ihm eine ganze Serie von Einbrüchen in Jagdhütten vor: Viermal soll der Mann zwischen April und Mai 2014 in Hütten in Visbeck und Berge eingestiegen sein – er nahm dort alles mit, was ihm irgendwie von Wert erschien: Vom Fallrohr über eine Wildfangkamera, eine kaputte Schrotflinte, ein Luftgewehr, bis hin zum Kerzenleuchter und zu Zinn-Gegenständen.

Hoher Schaden im Steinbruch

Noch größerer Schaden ist im Dezember 2013 entstanden: Der 25-Jährige soll einer von zwei Tätern gewesen sein, die damals in einen der Steinbrüche in Berge eingedrungen waren. Diebstahl im besonders schweren Fall, lautet hier die Anklage. Mitangeklagt ist dabei ein 27-Jähriger, ebenfalls aus Meschede. Auch hier wurde mitgenommen, was von Wert sein könnte – Werkzeuge, Drucker und Monitore, selbst Mineralwasser-Kästen und der Feuerlöscher. Sechs, sieben Mitarbeiter waren einen Tag lang beschäftigt, aufzuräumen – denn der oder die Täter hatten alle Aktenordner aus den Schränken gerissen, sie verstreut und waren darauf herumgetrampelt. Bereits im Juni 2012 sollen beide Angeklagten bei der „Lebenshilfe“ in Meschede eingebrochen und einen Tresor mitgenommen haben.

Stellung bezog der 25-Jährige gestern zu einem weiteren Anklagepunkt, nämlich dem Missbrauch von Notrufen. Das ist zwar in der Summe der Vorwürfe eher der geringste, sorgte aber seinerzeit für viel Aufregung. Er gab zu, Ende Juni 2014 den angeblichen Brand der Firma Langer gemeldet zu haben. Wegen des vermuteten Großbrandes rückten die Rettungskräfte abends mit einem entsprechenden Großaufgebot aus. Es war nur eine böswillige Alarmierung.

An dem Abend will er auf einer Bank in der Nähe der Firma gesessen, dabei Schnaps getrunken und Joints geraucht haben. Dann sei er „in Panik verfallen“: Angeblich habe er „eine Person“ gesehen, die die Firma anzünden wollte – „da muss ich wohl die Polizei gerufen haben“. Wahn unter Drogeneinfluss? Das soll jetzt ein Gutachter bis zum nächsten Prozesstag klären. Der 25-Jährige fand sich danach in einem Polizeiwagen wieder, wo er sich gestern nicht mehr erinnern konnte, dass er einen Alkoholtest mitmachte (1,9 Promille), dann wurde er zweieinhalb Wochen lang in der Psychiatrie behandelt.

Im Gefängnis an Heroin gelangt

Freimütig räumte der Mann seine Suchtprobleme ein. Seit dem 14. Lebensjahr konsumiere er Alkohol und Rauschgift, er kam zu Kokain und – ausgerechnet während der Verbüßung einer Gefängnisstrafe – zu Heroin. Eine Lehre brach er ab – gescheitert an den Drogen.