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Bürgernetzwerk

Jetzt darf das Telefon ruhig ständig klingeln

19.03.2015 | 11:11 Uhr
Jetzt darf das Telefon ruhig ständig klingeln
Foto: Frank Selter

Ostwig.   Die Vorbereitungen sind getroffen - jetzt muss das Ostwiger Bürgernetzwerk „Hand in Hand“ mit Leben gefüllt werden. Je öfter das eigens eingerichtete Bürgertelefon künftig klingelt, desto besser.

Es geht um die kleinen Gefälligkeiten im Alltag, um Nachbarschaftshilfe im klassischen Sinn: Der eine braucht eine Leiter, ein anderer sucht eine Mitfahrgelegenheit, ein dritter braucht Hilfe, weil er mit den ganzen Fehlermeldungen seines Computers nicht klar kommt, und beim vierten tropft seit Wochen der Wasserhahn. Hilflosigkeit in solchen Situationen war gestern - denn genau für solche Fälle hat der Heimat- und Förderverein das Bürgernetzwerk ins Leben gerufen.

Und die Resonanz darauf ist gut. 240 Hilfsangebote hat der Verein bei einer Fragebogenaktion im Dorf zusammengetragen. Denen stehen derzeit etwa 40 Gesuche gegenüber. „Und daraus lassen sich im Moment bereits mehr als 30 Paare in den verschiedensten Kategorien bilden“, sagt Dirk Brauns, Beisitzer im Vorstand des Fördervereins. Das sei mehr, als er erwartet habe. Noch vor Ostern will der Verein die ersten Helfer und Hilfesuchenden zusammenbringen.

Foto: Frank Selter

Möbel rücken und Gassi gehen

Dann wird sich in Ostwig zum Beispiel ein Hundebesitzer darüber freuen, dass sich jemand im Ort bereit erklärt hat, seinen Vierbeiner während des Urlaubs zu betreuen. Ein weiterer bekommt die ersehnte Hilfe beim Möbelrücken und Entrümpeln. Und auch für die beiden Mütter, die jemanden gesucht haben, der morgens die Kinder mit in die Kita bzw. zur Schule nimmt, ist jemand gefunden worden. „Aus der Kategorie ‘Kreativität & Hobby’ werden wir ‘Hilfe beim Sticken/Häkeln’ vermitteln können und auch in der Kategorie ‘Schule & Sprache’ können wir Gesuche und Angebot für Nachhilfe im Fach Französisch verbinden“, freut sich Dirk Brauns. Er hofft, dass früher oder später auch den Ostwigern geholfen werden kann, für deren Anfrage noch nicht das passende Angebot dabei war.

Eine Absage erteilen

Lediglich eine generelle Absage wird der Verein in den nächsten Tagen erteilen. „Wir haben eine Anfrage dabei, in der jemand zum Streichen und Tapezieren gesucht wird“, berichtet Brauns. Hier wolle man bewusst nicht vermitteln, weil das Bürgernetzwerk in keinster Weise eine Konkurrenz zum heimischen Handwerk sein soll. „Bei uns geht es um die kleinen Gefälligkeiten. Dieser Fall ist etwas für einen Malermeister“, sagt Brauns.

Was ihm und Klaus Schmücker, dem Vorsitzenden des Heimat- und Fördervereins, nun wichtig ist: „Das Netzwerk muss jetzt weiter mit Leben gefüllt werden“. Und das geschehe in erster Linie, indem möglichst oft das neu geschaltete Bürgertelefon klingele. Unter  02904/970-970 werden ab sofort wochentags von 17 bis 19 Uhr weitere Angebote und Gesuche entgegengenommen. „Wir wollen ja permanent Hilfe weitervermitteln“, sagt Schmücker. Die Fragebogenaktion samt Auswertung sei lediglich der erste Aufschlag gewesen. Aber auch wer Sorgen, Nöte und Fragen hat oder Kritik äußern möchte, solle sich ans Bürgertelefon wenden. „Wir sind stets dialogbereit“, sagen Brauns und Schmücker.

Mit dem Bürgernetzwerk ist gleichzeitig auch eine „Dorfwerkstatt“ entstanden. Den Anstoß dazu hatte Ortsvorsteher Manfred Ramspott gegeben.

Über den Fragebogen waren auch Männer und Frauen gesucht worden, die Lust haben, sich in besonderer Weise für die Pflege der öffentlichen Grünanlagen, der Wanderwege oder der Ruheplätze in und um den Ort einzusetzen. Ergebnis: 13 Ostwiger haben angekreuzt „Da bin ich dabei“. 21 weitere sagen „Das könnte ich mir vorstellen“.

Gedacht ist dabei an gelegentliche Arbeitseinsätze, die nicht zur Belastung werden sollen. Vorgegebene Strukturen für die Gruppe gibt es noch nicht. Ortsvorsteher Manfred Ramspott will nun bei einem ersten Treffen zeitnah über die Einzelheiten informieren.

Ziel der „Dorfwerkstatt“ könnte am Ende auch eine Art Stammtisch sein, zu dem sich die Mitglieder regelmäßig zusammenfinden, um dabei unter anderem die Termine für die anstehenden Einsätze abzustimmen.

Ostwig hat rund 1600 Einwohner und damit ungefähr 700 Haushalte, die in der Weihnachtszeit allesamt einen Fragebogen erhalten haben.

Zehn Prozent davon sind ausgefüllt zurückgekommen. Das ist eine Quote, mit der der Heimatverein nach eigenen Angaben zufrieden ist.

Wichtig ist dem Verein: Für die Inanspruchnahme einer Hilfe soll kein Geld fließen.

Es werde auch nicht gegengerechnet, ob jeder, der Hilfe in Anspruch genommen hat, auch mit einem Angebot für eine Gegenleistung auf der Liste steht. Vielmehr setzt der Verein auf eine ordentliche Solidargemeinschaft im Ort.

Der Verein wird die gesammelten Daten verwalten, regelmäßig aktualisieren und den Kontakt zwischen Anbietern und Hilfesuchenden herstellen. Dabei werden die Hilfesuchenden darüber informiert, dass es einen Helfer für sie gibt, mit dem sie sich dann in Verbindung setzen können.

Frank Selter

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