Jagdhütten-Einbrecher noch im Gericht verhaftet

Das Amtsgericht in Meschede
Das Amtsgericht in Meschede
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Alkoholkrankem 25-jährigen Täter attestiert der Gutachter schwere Persönlichkeitsstörung attestiert.

Meschede..  Wegen drohender Wiederholungsgefahr ist ein 25 Jahre alter Mescheder noch im Amtsgericht verhaftet worden. Zwei Jahre und fünf Monate muss der Mann ins Gefängnis. Fünf Einbrüche, dazu ein Diebstahl konnten ihm nachgewiesen werden. Außerdem hatte er böswillig die Feuerwehren zur Firma Langer in Berge und zum Obi nach Freienohl geschickt.

„Weiß, was gut und böse ist“

Seinen angeblichen Komplizen bei zwei der Einbrüche, den der junge Mann als eigentlichen Haupttäter geschildert hatte, sprach das Schöffengericht dagegen aus Mangel an Beweisen frei. In seinem Gutachten hatte Dr. Josef Leßmann, Ärztlicher Leiter der Psychiatrischen Klinik in Warstein, eine schwere Persönlichkeitsstörung bei dem 25-Jährigen diagnostiziert. Er wirke manipulativ, nehme eine Opferrolle ein, schiebe dafür anderen Schuld zu. „Tatsächlich weiß er sehr genau, was gut und böse ist.“ Leßmann stufte die Wahrscheinlichkeit neuer Straftaten als „nicht gering“ ein. Er warnte den Angeklagten, dass ihn dann auch eine Unterbringung im Maßregelvollzug erwarten könnte. Unstrittig ist, dass der 25-Jährige alkoholkrank ist.

Auf die Spur kam die Polizei dem 25-Jährigen, als ihn zufällig (und von ihm unbemerkt) eine Wildkamera an einer Jagdhütte bei Visbeck aufzeichnete. Auf diesen Bildern, sagte ein Polizeibeamter aus, „bewegt sich der Täter ganz gezielt und koordiniert“. Drei der Einbrüche und ein Diebstahl galten 2014 Jagdhütten im Bereich Visbeck und Berge.

Weil der Foto-Beweis vorlag, räumte der 25-Jährige (der wegen Trunkenheit, unerlaubten Schusswaffen-Besitzes, Diebstahls und versuchter Nötigungen vorbestraft ist) bei der Polizei auch die Hütten-Einbrüche ein. Zusätzlich gab er – aus freien Stücken, quasi als Lebensbeichte – den Steinbruch-Einbruch vom Dezember 2013 sowie einen Einbruch bei der „Lebenshilfe“ in der Gutenbergstraße in Meschede im Juni 2012 zu. Letzteres war der lukrativste Einbruch: Mitgenommen wurde damals ein Tresor mit 2000 Euro Inhalt.

Weiterer Verdacht

Dass der 25-Jährige gerade erst in eine stationär betreute Wohngruppe aufgenommen wurde, schützte ihn nicht vor der sofortigen Vollstreckung der Haftstrafe. Zumal Oberstaatsanwalt Thomas Poggel auch Zweifel hatte, dass der 25-Jährige tatsächlich eine komplette Lebensbeichte geleistet hat: Poggel sagte, der Mann werde inzwischen auch verdächtigt, im Oktober 2014 in die Grundschule Freienohl eingebrochen zu sein.