„Inklusion beginnt im Kopf“

Schmallenberg..  Die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen verbessern – das ist das Ziel der Stiftung des Sozialwerks St. Georg. Rund 25 000 Euro konnte die Stiftung im vergangenen Jahr in Projekte in Südwestfalen fließen lassen. „Unsere Aufgabe ist es, die Menschen zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dieter Czogalla. Dazu haben auch die rund 830 Klienten in den verschiedenen Schmallenberger Einrichtungen des Sozialwerks neue Möglichkeiten bekommen.

Internetzugang und Nestschaukel

Ein großer Touch-Bildschirm im Eingangsbereich der Lenne-Werkstatt etwa soll Jedem dort die Möglichkeit geben, den Umgang mit dem Internet zu erlernen. „Die neuen Medien sollen natürlich auch behinderten Menschen zugänglich sein, sie sollen Medienkompetenz erwerben und sie auch nutzen können“, so Czogalla. Außerdem gibt es auf dem Gelände der Werkstätten einen neuen Grillplatz, im Internat in Bad Fredeburg konnte eine Werkstatt für die Beschäftigungstherapie der Kinder und Jugendlichen eingerichtet werden. Im Eric-Schopler-Haus ist eine sogenannte „Nestschaukel“ entstanden, die den Klienten mit Autismus helfen soll, zur Ruhe zu kommen. „Gerade Menschen mit Autismus brauchen Rückzugsräume, in denen sie ungestört sind und sich entspannen können“, erklärt Czogalla.

Ihm ist klar, dass diese Projekte nur ein kleiner Beitrag zur Hilfe für die Klienten sind. Mindestens genauso wichtig sei das, was sich an der gesellschaftlichen Einstellung gegenüber behinderten Menschen tue: „Inklusion beginnt im Kopf, dafür reicht kein Gesetz auf Papier.“

Das Ziel der Stiftung sei es, die Bedürfnisse behinderter Menschen öffentlich zu machen, ein bewusstsein dafür zu schaffen, welche Hilfestellungen sie brauchen, um dann wie jeder andere am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Spenden als wichtigste Einnahme

Die Stiftung hat wie andere gemeinnützige Organisationen allerdings zunehmend mit den niedrigen Zinsen zu kämpfen. „Um den Zweck der Stiftung zu erfüllen, brauchen wir natürlich entsprechende Einnahmen – gerade die Spenden sind für uns wichtig“, sagt Czogalla.

Um zusätzlich Geld einzunehmen, legt die Stiftung seit einigen Monaten 30 Prozent des Kapitals über Aktien und anderen Wertpapieren an.