Industrieller Abfall als Kunstprodukt

Was wir bereits wissen
„metalart“ ist der Titel einer Ausstellung mit Werken des Velmeder Künstlers Wolfgang Rinschen.

Bestwig..  Dabei nutzt er Titanspritzer, die als zufällige Abfallprodukte beim Titanguss entstehen, als Blickpunkt und Ausgangsbasis für ungewöhnliche Kunstwerke, die aktuell im Foyer des Bestwiger Bürger- und Rathauses zu sehen sind.

Zufällige Schönheit

In seinen Bildern setzt der 62-jährige Velmeder die zufällige Schönheit des industriellen Abfallprodukts in spielerische Wechselbeziehungen zu Farben, Formen und Strukturen. „Durch Veränderung aus Trivialem Ästhetik, aus Entwertetem Wertvolles zu gestalten, soll zum Brückenschlag zwischen Arbeitswelt und Kunst werden“, sagt Wolfgang Rinschen selbst. Seit vier Jahrzehnten beschäftigt er sich bei Porträtzeichnungen, Blumen-, Landschafts- oder Architekturmotiven mit den Gesetzmäßigkeiten von Perspektive und Raum sowie der Zuordnung von Farben zum realen Vorbild.

Inspiriert durch Kurt Schwitters

Durch die Arbeit mit dem metallischen Zufallsprodukt geht Wolfgang Rinschen nun einen Schritt weiter: Er entwickelt abstrakte und experimentelle Collagen, in die er die Vorgaben einfließen lässt, die er durch die Materialien Titan und Aluminium erhält. Inspiriert wurde er dabei durch Kurt Schwitters, der bereits im Jahr 1919 erste Formschöpfungen und Collagen aus Abfall erstellte. Gerade die Arbeit mit Zufallsprodukten, die sich eigentlich der Verwertung in der Arbeitswelt entziehen, sei eine interessante Möglichkeit, neue Ästhetik zu offenbaren, so Wolfgang Rinschen.

In einer stimmungsvollen Vernissage eröffnete Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus die außergewöhnliche Ausstellung. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Wolfgang Rinschens Tochter, die Sopranistin Marie.

Bis zum Donnerstag, 11. Juni, kann „metalart“ nun zu den üblichen Öffnungszeiten im Foyer des Bestwiger Bürger- und Rathauses besucht werden.