„In Würde und Anstand alt werden“

Meschede..  „Geld pflegt nicht, man braucht jemanden, der sich kümmert.“ Diese Aussage von Staatssekretär Karl-Josef Laumann, der sich in der Bundesregierung um das Thema Pflege kümmert, fasst gut zusammen, um was es beim Fachgespräch der CDU im Hochsauerlandkreis ging. Knapp 100 Besucher aus Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten, Krankenhäusern und Pflegeschulen sowie Vertreter der Politik nahmen an der Veranstaltung teil. Die Moderation hatte der CDU-Kreisvorsitzende und -Landtagsabgeordnete Matthias Kerkhoff.

70 Prozent werden daheim gepflegt

„Pflegepolitik ist weit mehr, als die Frage nach der Höhe des Pflegeversicherungsbeitrags oder nach der Pflegestufe“, sagte Laumann. Er wies daraufhin, dass die Bundesregierung mit der Erhöhung des Beitrags und Verbesserungen im Leistungsangebot der Pflegeversicherung eine Menge getan habe, um den Alltag von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen zu verbessern. Schließlich würden 70 Prozent der 2,6 Millionen Pflegebedürftigen zuhause gepflegt.

Dem Staatssekretär ging es aber auch darum, das Thema Pflege in die Mitte der Gesellschaft zu holen, etwa als er darauf verwies, dass Kommunen nicht nur gute Betreuungsangebote für Kinder, sondern auch die Tagespflege für alte Menschen im Blick haben sollten und dass Heime als Teil des örtlichen Lebens wahrgenommen werden müssten. „Es ist Aufgabe christlicher Politik dafür zu sorgen, dass Menschen in Würde und Anstand alt werden können“, so Laumann.

Weniger Bürokratie versprochen

Mehr Zeit für Pflege und Betreuung und weniger Bürokratie ist dem Staatssekretär eine weitere Herzensangelegenheit, wie er betonte. Deshalb arbeitet er nach eigenen Angaben an einer Vereinfachung der Dokumentation, dem so genannten Beikirch-Modell. Die Noten für Pflegeheime will Laumann durch ein transparenteres System ersetzen. Das Notensystem, in dem fast jede Einrichtung eine eins vor dem Komma habe, sei „moralisch zertrümmert“.

Beruf aufwerten

Eine Aufwertung des Pflegeberufes, der nach Laumanns Ansicht so bezahlt werden müsse, wie andere Facharbeiter-Berufe auch, gehört nach Ansicht des CDU-Politikers ebenfalls auf die Agenda. Auch in der Pflegepolitik müssten die Pflegeberufe mehr Mitwirkungsmöglichkeiten haben und gehörten neben Krankenkassen mit an den Tisch, wenn verhandelt werde.