In Meschede gibt es zwei Modelle der Schulsozialarbeit

Schüler lernen im Nachhilfeunterricht. - auch das Geld für solche Projekte können Sozialarbeiter über das
Schüler lernen im Nachhilfeunterricht. - auch das Geld für solche Projekte können Sozialarbeiter über das
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Schulsozialarbeit - das ist ein Thema, mit dem sich die Stadt Meschede in Zukunft verstärkt befassen möchte. „Wir stehen dafür in Gesprächen mit den Schulleitern“, bestätigt Fachbereichsleiterin Gisela Bartsch.

Meschede..  Im Frühjahr sollen die nächsten Treffen stattfinden. Wie diese Stellen letztlich zu finanzieren sein werden, darüber müsse gemeinsam entschieden werden. Möglich ist, dass dafür auf Lehrerstellen verzichtet wird. Auch die Stadt, so Bartsch, könne sich vorstellen, einen bestimmten Betrag zuzuschießen.

Je nach den Bedürfnissen

„Denn dass Schulsozialarbeit sinnvoll ist, darüber sind wir uns alle einig“, betont Gisela Bartsch. Hätten sich die Eltern für die Errichtung einer Sekundarschule entschieden, hätte eine solche Stelle zum Angebot der Schulform gehört.

Dabei kann Schulsozialarbeit an jeder Schule anders aussehen, je nach den Bedürfnissen, die es vor Ort gibt, kümmern sich die Sozialarbeiter um Drogen, Mobbing oder Vernachlässigung. Sie arbeiten aber auch an der Verbesserung des Lern- und Sozialverhaltens einzelner Schüler oder sind Ansprechpartner bei Konflikten im Elternhaus. Teilweise werden im Rahmen der Schulsozialarbeit Schülertreffs, Berufs- oder Theater-AGs angeboten.

Maria Kitsaki allerdings, die zurzeit als Sozialarbeiterin die städtischen Schulen im Stadtgebiet Meschede besucht, ist vor drei Jahren ausschließlich dafür eingestellt worden, um das Bildungs- und Teilhabe-Paket (BuT) der Bundesregierung zu unterstützen. Dafür wurde und wird ihr Einsatz zurzeit noch aus Bundesmitteln finanziert.

Über das BuT-Paket können bedürftige Familien Zuschüsse zum Mittagessen, für den Besuch von Kulturveranstaltungen, für Nachhilfe oder Schulausstattung und Schulfahrten erhalten. Eine Hilfe, die ankam. „Man kann auf jeden Fall sehen, dass die Antragszahlen angestiegen sind“, erläutert Ellen Stedtler. Die Mitarbeiterin des Job-Centers beim Hochsauerlandkreises ist zuständig für das Bildungs- und Teilhabe-Paket.

Ungeklärt war lange, wie es weitergeht, wenn die Bundesmittel auslaufen. In einer kurzfristig veröffentlichten Pressemitteilung Ende des Jahres hatte das Land entschieden, die Förderung zu übernehmen. Allerdings müssen die Kommunen rund 40 Prozent als Eigenanteil tragen. Demnach sollen der Hochsauerlandkreis als Schulträger und sieben weitere Kommunen, zu denen auch Meschede gehört, 463 000 Euro für die Sozialarbeit einsetzen können. Rund 287 000 Euro würde das Land tragen, 185 000 Euro müssten die Kommunen übernehmen. Da die Gesamtausgaben der Schulsozialarbeit BuT im Hochsauerlandkreis bereits jetzt leicht höher liegen als vom Land veranschlagt, fiele der aus kommunalen Mitteln zu finanzierende Eigenanteil entsprechend höher aus. „Noch weiß keiner genau, wie es weitergehen soll“, sagt Ellen Stedtler. Der Termin für die Landes-Zusage sei ungünstig gewesen. „Die Haushaltspläne sind geschrieben, die wenigsten Kommunen können jetzt mal eben über eine 40-prozentige Förderung der Schulsozialarbeit entscheiden.“

Unklar ist auch, ob zunächst die noch verfügbaren und für Schulsozialarbeit des BuT zweckgebundenen Bundesmitteln erst ausgegeben werden müssen oder ob diese Rücklage an Stelle des kommunalen Eigenanteils in Verbindung mit der Landesförderung verwendet werden kann. „Hier müssen wir zunächst die genauen Angaben des Landes abwarten“, sagt Stedtler. „Die Fortführung der Schulsozialarbeit BuT in der jetzigen Form ist für das Jahr 2015 aber auf jeden Fall sichergestellt.“